Residenzen des Königshauses Savoyen
Turin, Piemont, Italien
25.10.2019
Die Residenzen des Königshauses Savoyen, ein herausragendes UNESCO-Weltkulturerbe, erstrecken sich majestätisch über die Stadt Turin und das Umland des Piemont in Italien. Diese beeindruckende Ansammlung von Palästen, Jagdschlössern und Lustschlössern zeugt von der Pracht und dem politischen Anspruch einer der ältesten europäischen Dynastien, dem Haus Savoyen.
Historischer Hintergrund
Die Geschichte der Savoyer reicht bis ins 11. Jahrhundert zurück. Im 17. und 18. Jahrhundert, als das Herzogtum Savoyen und später das Königreich Sardinien-Piemont zu einer bedeutenden europäischen Macht aufstiegen, manifestierte sich dieser Einfluss in einer beispiellosen Bautätigkeit. Unter Herzögen wie Emanuel Philibert und Viktor Amadeus II. wurde Turin zur glanzvollen Hauptstadt ausgebaut und die umliegende Landschaft mit prächtigen Residenzen versehen, die als sogenannte "Corona di Delizie" (Krone der Freuden) bezeichnet wurden.
Architektonische Meisterwerke
Zu den bekanntesten dieser Prachtbauten zählt der Palazzo Reale in Turin, der über Jahrhunderte der Hauptsitz der Savoyer war und ihre Machtzentrale bildete. Ebenfalls in Turin befinden sich der imposante Palazzo Madama und der einzigartige Palazzo Carignano, bekannt für seine geschwungene Ziegelfassade. Außerhalb der Stadt beeindruckt die Reggia di Venaria Reale, ein barockes Meisterwerk, das als Jagd- und Vergnügungsschloss konzipiert wurde und heute nach umfassender Restaurierung wieder in altem Glanz erstrahlt. Nicht weniger prächtig sind die Palazzina di Caccia di Stupinigi, entworfen von Filippo Juvarra, und das mittelalterliche Castello di Rivoli, das im 17. und 18. Jahrhundert ebenfalls im Barockstil umgestaltet wurde. Architekten wie Guarino Guarini und Filippo Juvarra prägten mit ihren Entwürfen maßgeblich das Erscheinungsbild dieser Residenzen und schufen ikonische Beispiele des italienischen Barocks und Rokokos.
Die Bedeutung des Welterbes
Die Residenzen des Königshauses Savoyen wurden 1997 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Sie repräsentieren nicht nur herausragende Beispiele europäischer monumentaler Architektur und Landschaftsgestaltung, sondern sind auch ein einzigartiges Zeugnis der Kultur und des Geschichtsverständnisses des Hauses Savoyen. Sie spiegeln den Ehrgeiz einer Dynastie wider, ihren politischen und kulturellen Anspruch durch Kunst und Architektur zu untermauern und zu festigen, und bieten Besuchern heute einen tiefen Einblick in die königliche Lebensweise vergangener Jahrhunderte.
Weiterführende Links
Unter der Bezeichnung Residenzen des Königshauses Savoyen wurden 1997 Schlösser und weitere Repräsentationsbauwerke des Hauses Savoyen in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Das serielle Welterbe umfasst 22 Residenzen, davon elf im historischen Zentrum von Turin und elf weitere Schlösser und Villen in der umgebenden Region Piemont im Norden Italiens.