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Altstadt von Tallinn

Tallinn, Estland
20.07.2016

Die Altstadt von Tallinn, seit 1997 ein UNESCO-Weltkulturerbe, ist ein bemerkenswertes Zeugnis einer reichen mittelalterlichen Vergangenheit. Als eine der am besten erhaltenen Hansestädte Nordeuropas verzaubert sie mit ihren verwinkelten Kopfsteinpflastergassen, prächtigen Handelshäusern und imposanten Kirchen, die von einer glorreichen Ära des Handels und Wohlstands zeugen.

Ursprünge und Hansezeit

Die Geschichte Tallinns, früher Reval, begann im 13. Jahrhundert mit der Eroberung durch die Dänen. Unter König Waldemar II. von Dänemark wurde 1219 eine Festung errichtet. Schon bald wurde die Stadt ein wichtiger Ostsee-Handelsposten. Im 13. und 14. Jahrhundert trat Tallinn der mächtigen Hanse bei, einem norddeutschen Handelsbund. Diese Zeit des Wohlstands prägte das Stadtbild nachhaltig durch den Bau zahlreicher Backsteingotik-Gebäude.

Architektonische Höhepunkte

Die Altstadt teilt sich in die Oberstadt, bekannt als Toompea, und die Unterstadt. Auf Toompea stehen das Toompea Castle, heute Sitz des estnischen Landtags, und die auffällige russisch-orthodoxe Alexander-Newski-Kathedrale aus dem späten 19. Jahrhundert. Daneben befindet sich die gotische Domkirche St. Marien, gegründet im 13. Jahrhundert und älteste Kirche Estlands.

Die Unterstadt war das kommerzielle Zentrum. Ihr Herzstück ist der Rathausplatz mit dem gotischen Tallinner Rathaus. Dieses im 13. Jahrhundert begonnene und im 15. Jahrhundert vollendete Gebäude ist das einzige vollständig erhaltene gotische Rathaus Nordeuropas. Erhaltene Gildehäuser und Bürgerhäuser umgeben den Platz. Ein Großteil der mittelalterlichen Stadtmauer mit ihren Wehrtürmen, darunter der berühmte Kiek in de Kök, umgibt noch heute die Unterstadt.

Die Altstadt von Tallinn ist nicht nur ein Freilichtmuseum, sondern ein lebendiges Kulturzentrum. Sie ist ein Meisterwerk mittelalterlicher Stadtplanung und Architektur, das seine einzigartige Atmosphäre bis heute bewahrt hat.

Weiterführende Links

Tallinn (deutsche Aussprache [ˈtalɪn], estnische Aussprache [ˈtɑlʲˑinˑ]) ist die Hauptstadt sowie das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Estlands und mit rund 457.000 Einwohnern die größte Stadt des Landes sowie nach Riga und Vilnius drittgrößte Stadt des Baltikums. Sie liegt am Finnischen Meerbusen der Ostsee, etwa 80 Kilometer südlich von Helsinki.

Bis zum 24. Februar 1918 hieß Tallinn amtlich Reval [ˈʀeːval], ein im deutschsprachigen Raum auch danach noch gebräuchlicher Name. Im Niederdeutschen lautet der Name Revel. Andere alte Namen sind russisch Ревель (Rewel) und vormals Колывань (Kolywan), dänisch Lyndanisse, schwedisch Lindanäs oder Reuel.

Den Namen Tallinn trug die Stadt im Estnischen bereits seit der Eroberung durch den dänischen König Waldemar im Jahr 1219. Er wird üblicherweise abgeleitet von Taani-linn(a), was „Dänische Stadt“ oder „Dänische Burg“ (lateinisch Castrum Danorum) bedeutet.

wikipedia.org
Legends & Folklore of Tallinn | A Walking Tour of Estonia's Capital