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Felsnekropolis von Pantalica - Syrakus und die Felsnekropolis von Pantalica

Pantalica, Italien
08.09.2022

Die Felsnekropolis von Pantalica, eingebettet in die atemberaubende Landschaft der Hybläischen Berge im Südosten Siziliens, ist ein archäologisches Wunder und ein tiefgründiges Zeugnis prähistorischer Zivilisationen. Seit 2005 ist dieser einzigartige Ort, zusammen mit der historischen Stadt Syrakus, Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und fasziniert mit seiner schieren Größe und den mysteriösen Überresten vergangener Kulturen.

Ursprünge in der Bronzezeit

Die Geschichte von Pantalica beginnt in der Spätbronzezeit, etwa im 13. Jahrhundert v. Chr. Als Reaktion auf ankommende Seevölker zogen die indigenen Sikanen von der Küste ins Landesinnere. Sie suchten Schutz in dieser schwer zugänglichen Schlucht, die von den Flüssen Anapo und Calcinara umflossen wird. Hier bauten sie ihre Siedlung auf einem Plateau und schufen eine der größten und am besten erhaltenen Nekropolen des Mittelmeerraums.

Ein Meer von Gräbern

Über rund 600 Jahre, bis ins 8. Jahrhundert v. Chr., wurden in den steilen Felswänden der Schlucht Tausende von Gräbern, schätzungsweise über 5000, in reiner Handarbeit gemeißelt. Diese Felskammergräber, oft oval oder rechteckig mit kurzem Dromos, dienten als letzte Ruhestätte. Die schiere Dichte und Ausdehnung dieser Grabfelder – von der Nordwest-Nekropole bis zur Pantalica-Nekropole – vermitteln ein eindrucksvolles Bild damaliger Bevölkerungsdichte und Bestattungspraktiken.

Das geheimnisvolle Anaktoron

Im Zentrum des Plateaus befindet sich das sogenannte Anaktoron, ein prähistorischer Palast. Seine Bauweise, insbesondere die Verwendung großer Steinblöcke, deutet auf mögliche mykenische Einflüsse hin. Das Anaktoron war höchstwahrscheinlich der Sitz eines lokalen Fürsten und bildete das politische und soziale Zentrum der blühenden Gemeinschaft von Pantalica. Es ist ein seltenes Beispiel monumentaler Architektur aus dieser Epoche auf Sizilien.

Spätere Nutzungen

Auch nach der Blütezeit wurde das Gebiet nicht vollständig verlassen. Während der byzantinischen Ära, zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert n. Chr., fanden hier erneut Menschen Zuflucht. Sie nutzten alte Gräber als Behausungen oder schufen kleine Felsenkirchen und Eremitagen, wie die Chiesa di San Micidiario oder die Grotta del Crocifisso. Diese späteren Nutzungen verleihen Pantalica eine zusätzliche Schicht an Geschichte und Bedeutung, die bis ins Mittelalter reicht. Heute ist die Felsnekropolis ein Ort der Stille, der Besucher in eine längst vergangene Welt entführt.

Weiterführende Links

Die Nekropole von Pantalica ist eine der großen Nekropolen Siziliens und umfasst mehr als 5000 Kammergräber, die aus der späten sizilischen Bronzezeit und der frühen Eisenzeit stammen. Die Nekropole gehörte zur Siedlung Pantalica und war namensgebend für die Pantalica(-Nord)-Kultur.

2005 nahm die UNESCO die Nekropolis von Pantalica zusammen mit Syrakus unter der Bezeichnung Syrakus und die Felsnekropolis von Pantalica in das Weltkulturerbe auf.

Syrakus und die Felsnekropolis von Pantalica ist eine von der UNESCO gelistete Stätte des Weltkulturerbes in Italien. Die serielle Welterbestätte liegt auf Sizilien und umfasst mehrere antike Stätten in der Stadt Syrakus sowie die in der Nähe der Stadt gelegene Nekropole von Pantalica.

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