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Frühchristliche Bauwerke in Ravenna 

Ravenna, Emilia-Romagna, Italien
19.07.2024

Die frühchristlichen Bauwerke in Ravenna, einer Stadt in der Emilia-Romagna, Italien, sind ein außergewöhnliches Zeugnis kulturellen Wandels vom 5. bis zum 8. Jahrhundert n. Chr. Als ehemalige Hauptstadt des Weströmischen Reiches, des Ostgotischen Königreiches unter Theodoric dem Großen und des Byzantinischen Exarchats, beherbergt Ravenna acht UNESCO-Weltkulturerbestätten, die eine einzigartige Synthese aus römischer, frühchristlicher und byzantinischer Kunst und Architektur bieten.

Eine Stadt im Wandel der Reiche

Ravennas Bedeutung begann, als Kaiser Honorius die Hauptstadt des Weströmischen Reiches 402 n. Chr. hierher verlegte. Aus dieser frühen römischen Zeit stammen das um 425 n. Chr. für Kaiserin Galla Placidia errichtete Mausoleum, berühmt für seine leuchtenden Mosaike in intensiven Blau- und Goldtönen, sowie das achteckige Baptisterium des Neon (auch Baptisterium der Orthodoxen). Dessen Kuppel schmückt ein prachtvolles Mosaik der Taufe Christi, umgeben von Aposteln.

Ostgotische und byzantinische Glanzpunkte

Unter dem Ostgotenkönig Theodoric dem Großen (reg. 493–526) wurde Ravenna zur Hauptstadt seines Reiches. Er ließ das Arianische Baptisterium und seine prächtige Hofkirche, die heutige Basilika Sant’Apollinare Nuovo, errichten. Letztere fasziniert mit Mosaiken, die Prozessionen von Märtyrern und Jungfrauen sowie Szenen aus dem Leben Christi zeigen. Das monumentale Mausoleum Theoderichs, ein zehneckiger Bau mit einer monolithischen Kuppel, ist ein weiteres Zeugnis seiner Herrschaft. Mit der Eroberung durch Kaiser Justinian I. im 6. Jahrhundert erlebte die Stadt eine byzantinische Blüte. Die um 547 n. Chr. geweihte Basilika San Vitale ist ein Meisterwerk mit ihren berühmten Mosaikporträts von Justinian und seiner Gattin Theodora. Die kleine, aber mosaikreiche Erzbischöfliche Kapelle und die südlich der Stadt gelegene Basilika Sant’Apollinare in Classe, mit beeindruckenden Darstellungen des Schutzpatrons Apollinaris, komplettieren dieses Ensemble. Die Bauwerke Ravennas bilden ein unvergleichliches Zeugnis der Übergangszeit von der Antike zum Mittelalter, wo sich römische Traditionen, christlicher Glaube und byzantinische Kunst auf einzigartige Weise verbanden.

Weiterführende Links

Ravenna, in Erzählungen auch Raben, ist eine Stadt in Italien mit 156.475 Einwohnern (Stand 1. Januar 2026). Sie liegt in der historischen Region Romagna und ist heute Hauptstadt der Provinz Ravenna in der Region Emilia-Romagna. Die Stadt lag ursprünglich unmittelbar an der Adria. Infolge von Verlandung beträgt die Entfernung des Stadtkerns von der Küste heute etwa neun Kilometer. Der Hafen ist durch den Canale Candiano mit der Küste und dem Seebad Marina di Ravenna verbunden.

Ravenna ist seit dem 5. Jahrhundert Erzbischofssitz. Von 402 bis 476 war die Stadt Hauptresidenz der weströmischen Kaiser. In den folgenden Jahrzehnten residierten hier auch Odoaker, Theoderich der Große und dessen Nachfolger. Vom Ende des 6. Jahrhunderts bis zu seiner Eroberung durch die Langobarden 751 war Ravenna Hauptstadt des oströmischen bzw. byzantinischen Exarchats von Ravenna. Die Stadt ist berühmt für ihre frühchristlichen Kirchen, Taufkapellen, Mausoleen sowie Mosaiken und deshalb ein wichtiges Zentrum für den Kulturtourismus in Italien.

wikipedia.org
Ravenna - Am Ende der Antike
© NHK Nippon Hoso Kyokai