Housesteads Fort - Grenzen des Römischen Reiches
Housesteads, England
17.04.2025
Eingebettet in die atemberaubende Landschaft Nordenglands, thront das Housesteads Fort, bekannt als Vercovicium, als ein herausragendes Juwel innerhalb des UNESCO-Weltkulturerbes Hadrianswall. Dieser monumentale römische Grenzwall, errichtet im Auftrag von Kaiser Hadrian im 2. Jahrhundert n. Chr., sollte das Römische Reich vor den barbarischen Stämmen im Norden schützen und markierte einst die äußerste Grenze der römischen Macht.
Ein Meisterwerk römischer Ingenieurskunst
Das Housesteads Fort wurde um 124 n. Chr. als eines von 16 großen Kastellen entlang der Hadrianswall errichtet und spielte eine entscheidende Rolle bei der Verteidigung und Überwachung dieser wichtigen Grenze. Strategisch auf einem Bergkamm gelegen, bot es einen weiten Blick über die umliegende Moorlandschaft. Ursprünglich aus Holz und Erde erbaut, wurde das Fort später in Stein neu errichtet, eine typische Entwicklung römischer Militäranlagen. Es war darauf ausgelegt, eine Garnison von rund 800 Soldaten zu beherbergen. Zu den bemerkenswertesten Funden zählen die Überreste von Kasernen, einem Kommandantenhaus, Getreidespeichern (Horrea), Latrinen und sogar einem Krankenhaus, die ein umfassendes Bild des römischen Militärlebens zeichnen.
Leben am Rande des Reiches
Die Hauptgarnison von Vercovicium war die Cohors I Tungrorum, eine Hilfstruppenkohorte, die ursprünglich aus dem heutigen Belgien stammte. Diese Soldaten, oft nicht-römische Bürger, aber mit römischer Disziplin ausgebildet, verbrachten Jahrzehnte damit, die Grenze zu patrouillieren, Zölle zu erheben und die Kommunikation zu sichern. Das Leben im Fort war hart und diszipliniert, doch archäologische Ausgrabungen haben auch Zeugnisse des zivilen Lebens, wie zum Beispiel ein Vicus (Siedlung außerhalb des Forts) mit Läden, Tavernen und einem Badhaus, ans Licht gebracht. Diese Siedlung wuchs, um die Bedürfnisse der Soldaten und ihrer Familien zu befriedigen und bot einen Hauch von Zivilisation am Rande der bekannten Welt.
Ein Fenster in die Vergangenheit
Das Fort wurde im frühen 5. Jahrhundert n. Chr. verlassen, als das Römische Reich seine Truppen aus Britannien abzog. Die Ruinen wurden über Jahrhunderte hinweg als Steinbruch genutzt, doch die beeindruckenden Überreste von Housesteads Fort sind heute eines der am besten erhaltenen Beispiele eines römischen Kastells in Großbritannien. Als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Hadrianswall bietet es Besuchern einen einzigartigen Einblick in die römische Militärgeschichte, Architektur und das tägliche Leben an einer der berühmtesten Grenzen der Antike. Es ist ein Ort, der die Vorstellungskraft beflügelt und die lange Geschichte der Menschheit und ihrer Ingenieurskunst greifbar macht.
Weiterführende Links
Vercovicium oder Borcovicium war ein römisches Hilfstruppenkastell in Northumbria, im Nordosten von England, Parish Bardon Mill (Housesteads Farm, Haydon Bridge), einem Ortsteil der Stadt Hexham.
Es gehörte zu der aus insgesamt 16 Kastellen bestehenden Festungskette des Hadrianswalls (per lineam valli) und sicherte dessen mittleren Abschnitt. Das Lager wurde etwa 300 Jahre, vermutlich von 122 bis 400 n. Chr., vom Militär genutzt. Vercovicium wurde über dem dort schon bestehenden Wall und einem Wachturm errichtet. Das Kastell wurde mehrmals repariert und umgebaut. Die heute sichtbaren Mauerreste stammen zum überwiegenden Teil aus der späten Regierungszeit des Hadrian (um 138) und dem 3. Jahrhundert n. Chr. In der provinzialrömischen Archäologie ist Housesteads vor allem für die am besten erhaltene Gemeinschaftslatrine des römischen Britanniens bekannt. Südlich und östlich des Lagers breitete sich eine Zivilsiedlung aus. Aus poströmischer Zeit ist ein Gebäude mit Apsis nachweisbar. Am Südtor sind noch die Reste eines befestigten Farmhauses (bastle) aus dem Spätmittelalter zu sehen. Aufgrund seiner hervorragend erhaltenen Wehranlagen, der Zivilsiedlung sowie einiger romano-britischer Kultstätten zählt Housesteads zu den sehenswertesten archäologischen Stätten in Großbritannien.
Das Kastell Halheim ist ein römisches Grenzkastell dicht am Rätischen Limes, der seit 2005 den Status eines UNESCO-Weltkulturerbes besitzt. Das frühere Numeruskastell liegt heute bei Pfahlheim/Halheim, einem Stadtteil von Ellwangen im Ostalbkreis, Baden-Württemberg.