Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof
Regensburg, Deutschland
31.03.2017
Die bayerische Stadt Regensburg, malerisch an der Donau gelegen, birgt mit ihrer Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof ein UNESCO-Weltkulturerbe von außergewöhnlichem universellem Wert. Diese einzigartige Stätte zeugt von einer fast zweitausendjährigen Geschichte und verkörpert das Bild einer wohlhabenden europäischen Handelsstadt des Mittelalters, deren architektonische Integrität und Authentizität bis heute beeindruckend erhalten geblieben sind.
Römische Wurzeln und mittelalterlicher Aufstieg
Die Geschichte Regensburgs reicht bis in die Römerzeit zurück, als im Jahr 179 n. Chr. das römische Legionslager Castra Regina an der nördlichsten Donaubiegung gegründet wurde. Reste der römischen Befestigung sind noch heute im Stadtbild sichtbar, etwa die Porta Praetoria. Nach dem Rückzug der Römer entwickelte sich Regensburg zu einem wichtigen Herzogssitz und später, im Mittelalter, zu einem blühenden Handelszentrum. Seine strategische Lage an der Donau und den europäischen Landhandelsrouten machte es zu einem Knotenpunkt für Waren und Kulturen zwischen Nord und Süd, Ost und West. Die Stadt erlangte den Status einer freien Reichsstadt und war Schauplatz zahlreicher Reichstage, darunter der sogenannte Immerwährende Reichstag, der von 1663 bis 1806 hier tagte.
Die Steinerne Brücke – Ein Meisterwerk des Mittelalters
Das ikonische Wahrzeichen Regensburgs ist zweifellos die Steinerne Brücke, ein technologisches Wunderwerk des 12. Jahrhunderts. Erbaut zwischen 1135 und 1146, galt sie für mehr als 800 Jahre als die einzige feste Donaubrücke zwischen Ulm und Wien. Ihre Konstruktion war eine ingenieurtechnische Meisterleistung und spielte eine entscheidende Rolle für den Aufschwung des Fernhandels und die politische Bedeutung der Stadt. Die Brücke verband die Altstadt nicht nur mit dem nördlichen Donauufer, wo sich das Viertel Stadtamhof befindet, sondern auch mit den nordeuropäischen Handelswegen.
Gothische Pracht und Bürgerliche Macht
Das Stadtbild wird von dem imposanten Dom St. Peter dominiert, einem herausragenden Beispiel gotischer Architektur in Bayern, dessen Bau im Jahr 1270 begann und sich über Jahrhunderte erstreckte. Neben dem Dom prägen zahlreiche Patrizierhäuser mit ihren charakteristischen hohen Türmen – wie der Goldene Turm oder der Baumburger Turm – die Altstadt. Diese Türme waren Ausdruck des Reichtums und der Macht der Kaufmannsfamilien. Das Alte Rathaus, ein komplexes Gebäudeensemble aus dem 13. bis 18. Jahrhundert, mit seinem Reichssaal, zeugt von der Bedeutung Regensburgs als politischem Zentrum des Heiligen Römischen Reiches. Der hervorragend erhaltene mittelalterliche Stadtgrundriss mit seinen engen Gassen, weiten Plätzen und historischen Gebäuden, darunter auch zahlreiche romanische Kirchen und Kapellen, vermittelt ein lebendiges Bild dieser vergangenen Epoche und macht Regensburg zu einem unvergleichlichen Zeugnis europäischer Stadtentwicklung.
Weiterführende Links
Regensburg (von lateinisch Castra Regina; auch lateinisch Ratisbona oder Ratispona) liegt in Ostbayern und ist Sitz der Verwaltung des Bezirks Oberpfalz und der Regierung der Oberpfalz. Die kreisfreie Stadt ist auch Sitz des Landrats des gleichnamigen Landkreises. Die Stadt ist eines der drei bayerischen Regionalzentren und hat 151.389 Einwohner (31. Dezember 2024). Damit steht die Stadt nach München, Nürnberg und Augsburg an vierter Stelle der Großstädte Bayerns. Die Stadt ist Bischofssitz der im Jahr 739 errichteten Diözese Regensburg.
Die Stadt Regensburg hat römische Wurzeln, nach ca. 175 wurde im östlichen Bereich der heutigen Altstadt das Legionslager Castra Regina errichtet, geschützt von einer weit nach Westen ausgreifenden Schutzmauer mit vier Lagertoren, mit Wasser versorgt vom Vitusbach. Im Mittelalter wurde Regensburg Reichsstadt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt bis 1806 zum Sitz des Immerwährenden Reichstags des Heiligen Römischen Reichs gemacht.
Wirtschaftlich ist Regensburg stark geprägt vom verarbeitenden Gewerbe (Automobilbau, Maschinenbau, Elektrotechnik, Mikroelektronik). Mit 760 sozialversicherten Beschäftigten je 1000 Einwohner hat Regensburg eine hohe Arbeitsplatzdichte. Die Arbeitslosigkeit liegt etwas unter dem bayerischen Landesdurchschnitt (Januar 2019: 2,9 %; Landesdurchschnitt Januar 2019: 3,3 %). Seit 1962 ist Regensburg Sitz der Universität Regensburg als einer von heute drei Hochschulen in der Stadt. 1978 begann der Bau des zugehörigen Universitätsklinikums. Als erster Bauabschnitt nahm 1984 die Zahnklinik den Betrieb auf, und 1992 begann im Klinikum der allgemeine stationäre Betrieb.
Seit dem 13. Juli 2006 gehört das Ensemble Altstadt von Regensburg mit Stadtamhof mit seinen historischen Baudenkmälern zum UNESCO-Welterbe.