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Archäologische Stätten von Pompeji - Archäologische Stätten von Pompeii, Herculaneum und Torre Annunziata

Pompeji, Italien
02.05.2012

Die archäologischen Stätten von Pompeji, gelegen nahe der modernen Stadt Pompeji in der Region Kampanien, Italien, zählen zu den faszinierendsten und am besten erhaltenen Zeugnissen des antiken Roms und sind seit 1997 Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Sie bieten einen unvergleichlichen Einblick in das Alltagsleben einer römischen Stadt, die auf tragische Weise in der Zeit eingefroren wurde.

Die Blütezeit einer römischen Stadt

Vor ihrer Zerstörung war Pompeji eine blühende römische Stadt mit etwa 20.000 Einwohnern. Ihre fruchtbare Lage am Golf von Neapel und der Nähe zum Vesuv machte sie zu einem begehrten Handelszentrum und einem beliebten Erholungsort für reiche Römer. Die Stadt prahlte mit prächtigen Villen, geschäftigen Märkten, beeindruckenden öffentlichen Gebäuden wie dem Forum, einem großen Amphitheater und einer prächtigen Basilika. Das Leben pulsierte in den engen Gassen, in denen Geschäfte, Werkstätten und Thermen den Alltag prägten. Bemerkenswert sind die erhaltenen Fresken, Mosaike und die architektonischen Details, die vom Wohlstand und der Kultur der Bewohner zeugen.

Der Tag, der alles veränderte

Am 24. August 79 n. Chr. (neuere Forschungen deuten auf Oktober oder November 79 n. Chr. hin) brach der nahegelegene Vesuv in einer katastrophalen Eruption aus. Innerhalb von nur wenigen Stunden wurde Pompeji unter einer mehrere Meter dicken Schicht aus Bimsstein und Asche begraben. Diese schnelle und vollständige Verschüttung führte zu einer einzigartigen Konservierung der Stadt und ihrer Bewohner. Zusammen mit Herculaneum, das ebenfalls vom Vesuv zerstört wurde, bietet Pompeji ein unvergleichliches „Momentaufnahme“ der römischen Welt, die buchstäblich im Augenblick der Katastrophe eingefroren wurde.

Die Wiederentdeckung und Ausgrabung

Die verschüttete Stadt geriet für über 1600 Jahre in Vergessenheit, bis erste zufällige Funde im 16. Jahrhundert gemacht wurden. Die systematischen Ausgrabungen begannen jedoch erst im 18. Jahrhundert unter Leitung von Pionieren wie Rocque Joaquin de Alcubierre und später Karl Weber. Eine bahnbrechende Methode zur Dokumentation der Opfer, die durch die Asche versteinert wurden, entwickelte der Archäologe Giuseppe Fiorelli im 19. Jahrhundert: Durch das Ausgießen von Hohlräumen in der Asche mit Gips konnte er detailgetreue Abdrücke der sterblichen Überreste und Alltagsgegenstände der Bewohner von Pompeji schaffen, die ein erschütterndes Bild des letzten Moments geben.

Ein Fenster in die Antike

Heute ist Pompeji ein riesiges Freilichtmuseum, das jährlich Millionen von Besuchern anzieht. Man kann durch die originalen Straßen wandeln, die Geschäfte, Häuser und Villen besichtigen, darunter die berühmte Villa der Mysterien mit ihren beeindruckenden Fresken. Die Stadt gibt Aufschluss über Architektur, Kunst, soziale Strukturen, Religion und sogar die Ernährungsgewohnheiten der Römer. Die gut erhaltenen Inschriften an den Wänden erzählen von politischen Botschaften, Werbung und alltäglichen Kritzeleien und machen die Menschen der Antike greifbar nah.

Pompeji ist nicht nur ein archäologisches Wunder, sondern auch eine ergreifende Mahnung an die zerstörerische Kraft der Natur und zugleich ein unschätzbarer Schatz für das Verständnis der Menschheitsgeschichte.

Weiterführende Links

Pompeji (lateinisch Pompeii, griechisch Πομπηΐα Pompēḯa, italienisch Pompei) war eine antike Stadt in Kampanien am Golf von Neapel, die wie Herculaneum, Stabiae und Oplontis beim Ausbruch des Vesuvs im Jahr 79 n. Chr. verschüttet wurde, unter der Vulkanasche aber weitgehend konserviert blieb.

In seiner etwa siebenhundertjährigen Geschichte wurde Pompeji von Oskern, Samniten, Griechen, Etruskern und Römern bewohnt und geprägt, nach der Verschüttung im Laufe der Zeit aber vergessen. Mit der Wiederentdeckung im 18. Jahrhundert begann die zweite Geschichte der Stadt, in deren Verlauf Pompeji zu einem zentralen Objekt der Archäologie und der Erforschung der antiken Welt wurde. Pompeji ist eine der am besten erhaltenen Ruinenstädte der Antike. Ihr Schicksal ist vielen vertraut, weil es in Kunst und Literatur häufig rezipiert wird.

wikipedia.org
Pompeij - Zeitreise in die Antike, Italien
Pompeji - Eine Luxusvilla voller Rätsel | Doku HD | ARTE
Der letzte Tag von Pompeji | Terra X
© NHK Nippon Hoso Kyokai