Giants Causeway - Die "Straße der Riesen"
Bushmills, Nordirland
16.03.2011
Die Giant's Causeway, an der atemberaubenden Küste der Grafschaft County Antrim in Nordirland gelegen, ist ein geologisches Wunder und seit 1986 ein anerkanntes UNESCO Weltkulturerbe. Dieses außergewöhnliche Naturphänomen zieht Besucher in seinen Bann und offenbart eine faszinierende Geschichte, die sowohl in den Tiefen der Erdgeschichte als auch in den alten Legenden Irlands verwurzelt ist.
Die Entstehung eines Wunders
Die Causeway besteht aus etwa 40.000 ineinandergreifenden Basaltsäulen, die vor rund 50 bis 60 Millionen Jahren während einer intensiven Phase vulkanischer Aktivität im Tertiär entstanden. Heißes Basaltlava drang an die Oberfläche. Als die Lava abkühlte und sich zusammenzog, bildeten sich regelmäßige sechseckige Risse, die sich nach unten fortsetzten. Das Ergebnis sind diese charakteristischen, zumeist hexagonalen Säulen, die wie Pflastersteine eine Brücke ins Meer bilden. Besonders beeindruckend ist der Bereich, der als Giant's Organ bekannt ist, wo die Säulen in gestuften Höhen einer Orgelpfeife ähneln.
Mythos und Legende
Lange bevor Geologen die wissenschaftliche Erklärung lieferten, suchten die Menschen Antworten in Sagen. Die bekannteste erzählt von dem irischen Riesen Fionn mac Cumhaill (auch bekannt als Finn McCool). Er soll diesen Damm gebaut haben, um nach Schottland zu gelangen und den schottischen Riesen Benandonner herauszufordern. Als Fionn jedoch sah, wie riesig Benandonner war, floh er zurück. Seine kluge Frau tarnte ihn als Baby. Als Benandonner das vermeintliche Baby sah und sich vorstellte, wie groß dessen Vater sein müsste, floh auch er panisch, zerstörte den Damm und hinterließ nur die Überreste, die wir heute sehen.
Entdeckung und Anerkennung
Obwohl die Einheimischen die Causeway immer kannten, erlangte sie erst im 17. Jahrhundert internationale Aufmerksamkeit. Der Bischof von Derry, George Berkeley, berichtete 1693 davon. Die detaillierten Zeichnungen von Susanna Drury (1739) machten sie in ganz Europa bekannt. Diese Darstellungen weckten die Faszination für dieses Naturwunder und führten schließlich zur Anerkennung als UNESCO Weltkulturerbe, was seinen außergewöhnlichen universellen Wert unterstreicht. Heute wird die Stätte vom National Trust verwaltet und liegt nahe der Stadt Bushmills.
Weiterführende Links
Der Giant’s Causeway (englisch für ‚Damm des Riesen‘, irisch Clochán an Aifir oder Clochán na bhFómharach) befindet sich an der nördlichen Küste der Grafschaft Antrim in Nordirland, östlich des kleinen Städtchens Bushmills knapp 100 km von Belfast entfernt.
Der Giant’s Causeway ist seit 1986 UNESCO-Welterbestätte. Er besteht aus etwa 40.000 gleichmäßig geformten Basaltsäulen, deren Alter etwa 60 Millionen Jahre beträgt. Etwa die Hälfte der Säulen hat einen sechseckigen Querschnitt, es treten jedoch auch solche mit vier, fünf, sieben oder acht Ecken auf. Die größten der Steinsäulen haben eine Höhe von zwölf Metern. Die Gesteinsschicht ist bis zu 25 m dick. Der Giant’s Causeway führt etwa fünf Kilometer entlang der Klippen und endet im Meer, wovon er wieder – der alten Legende von Fionn mac Cumhaill zufolge – an der schottischen Küste als Fingal’s Cave auftaucht. Geologen führen die Entstehung des Basaltdammes auf die Abkühlung heißer Lava zurück. Formationen senkrechter Basaltsäulen können bei sehr langsamer und gleichmäßiger Abkühlung von Lava entstehen. Die Säulenstruktur bildet sich dabei aus langsam in das Material hineinlaufenden Spannungsrissen. Diese entstehen durch die Abkühlung und Schrumpfung des Materials und breiten sich senkrecht zur Abkühlungsfläche aus. Der Vulkan, dessen Lava zur Formation des Giant’s Causeway führte, ist mittlerweile durch Erosion abgetragen.
2019 wurde der Giant’s Causeway von rund 998.000 Personen besucht. 2024 betrug die Besucherzahl etwa 684.000 Personen.