Werke von Antoni Gaudí
Barcelona, Spanien
30.04.2011
In den pulsierenden Straßen Barcelonas entfaltet sich ein architektonisches Märchen, gewebt aus den kühnen Visionen eines der größten Baumeister der Menschheitsgeschichte: Antoni Gaudí. Die „Werke von Antoni Gaudí“ umfassen sieben seiner ikonischsten Schöpfungen und wurden 1984, erweitert 2005, von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt. Sie zeugen von Gaudís außergewöhnlichem Beitrag zur Entwicklung der Architektur des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Seine Arbeiten sind ein einzigartiges Beispiel für den Modernisme, die katalanische Variante des Jugendstils, geprägt von tiefer Naturverbundenheit, innovativen Strukturen und reichem, symbolträchtigen Dekor.
Meisterwerke der organischen Architektur
Gaudís Genie manifestierte sich in Gebäuden, die die Grenzen des Machbaren sprengten. Der Parc Güell, ursprünglich als Gartenstadt für den Industriellen Eusebi Güell geplant (1900–1914), verschmilzt Architektur, Skulptur und Landschaft zu einem harmonischen Ganzen mit wellenförmigen Bänken und mosaikverzierten Elementen. Der frühe Palau Güell (1886–1888), ebenfalls für Eusebi Güell, besticht durch seine monumentale Fassade und innovative parabolische Bögen. Auch die farbenfrohe Casa Vicens (1883–1885), Gaudís erstes wichtiges Werk mit orientalischen Einflüssen, gehört zum Erbe.
Ikonische Bauwerke Barcelonas
Die Casa Batlló (1904–1906), oft als "Haus der Knochen" bezeichnet, fasziniert mit schuppenartiger Fassade, wellenförmigen Dächern und tiefen, von der Natur inspirierten Symbolen. Nicht weniger spektakulär ist die Casa Milà, bekannt als La Pedrera (1906–1912), ein Wohnhaus, das wie ein riesiger Felsenblock wirkt, ohne eine einzige gerade Wand. Ihre innovative, freitragende Konstruktion und das begehbare Dach als Skulpturenlandschaft waren ihrer Zeit weit voraus.
Das wohl bekannteste und ambitionierteste Projekt ist die Sagrada Família, eine sühnende Basilika, an der Gaudí von 1883 bis zu seinem Tod 1926 arbeitete und deren Bau bis heute andauert. Die Geburts- und Passionsfassaden sind reich an Details und Symbolik. Zum Weltkulturerbe gehören auch die Casa Calvet (1898–1900), ein typisches Gaudí-Gebäude, und die Krypta der Colònia Güell (1908–1918), ein Testfeld für viele seiner statischen Innovationen.
Gaudís Werke sind nicht nur architektonische Meisterleistungen, sondern tiefgründige Ausdrucksformen seiner Spiritualität und Liebe zur Natur. Sie bleiben ein Vermächtnis an die Menschheit, das jährlich Millionen von Besuchern anzieht.
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