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Altstadt von Goslar - Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft

Goslar, Deutschland
21.06.2018

Die Altstadt von Goslar, eingebettet am Nordrand des Harzes, zeugt als herausragendes UNESCO-Welterbe von einer Epoche von immenser historischer Bedeutung für das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Ihre Ernennung zum Welterbe im Jahr 1992, erweitert 2010 um die Oberharzer Wasserwirtschaft, würdigt nicht nur die außergewöhnlich gut erhaltene mittelalterliche Stadtstruktur, sondern auch die jahrhundertelange Geschichte des Bergbaus, der ihre Prosperität maßgeblich prägte.

Ein Blick in die kaiserliche Vergangenheit

Die Geschichte Goslars ist untrennbar mit dem Erzbergbau am nahegelegenen Rammelsberg verbunden, dessen erste schriftliche Erwähnung bis ins Jahr 968 zurückreicht. Die reichen Silber-, Blei- und Kupfervorkommen machten die Stadt zu einem der wichtigsten Wirtschaftszentren des Reiches. Dies erkannte auch Kaiser Heinrich II., der um 1005 die Grundmauern der späteren Kaiserpfalz Goslar legte. Unter den Saliern entwickelte sich die Pfalz zu einer der größten und bedeutendsten Profanbauten der Romanik, einer bevorzugten Residenz zahlreicher Kaiser und Könige. Sie diente als Zentrum der Macht, wo Reichstage abgehalten und Entscheidungen von weitreichender Bedeutung für das ganze Reich getroffen wurden.

Die Blütezeit des Bergbaus

Der Reichtum aus dem Rammelsberg finanzierte nicht nur die kaiserliche Repräsentation, sondern auch den Bau prächtiger Kirchen und Bürgerhäuser. Die Marktkirche St. Cosmas und Damian mit ihren ungleichen Türmen ist ein eindrucksvolles Beispiel für die städtische Baukunst dieser Zeit. Das Bergbaumuseum Rammelsberg, ebenfalls Teil des Welterbes, erlaubt heute einen tiefen Einblick in die harte Arbeit und die komplexen Techniken, die über tausend Jahre lang hier angewandt wurden, bis zur endgültigen Schließung des Bergwerks im Jahr 1988.

Architektonisches Erbe

Ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen der Goslarer Altstadt ist eine Zeitreise. Fachwerkhäuser aus verschiedenen Jahrhunderten, romanische und gotische Kirchen sowie die Überreste der Stadtbefestigung erzählen von einer bewegten Geschichte. Die Authentizität und Integrität der Altstadt sind außergewöhnlich. Sie vermittelt ein lebendiges Bild einer mittelalterlichen Reichsstadt, deren Struktur und Bausubstanz über Jahrhunderte bewahrt wurden und bis heute das Stadtbild prägen.

Weiterführende Links

Goslar [ˈɡɔslaɐ̯] ist eine große selbständige Stadt in Niedersachsen und Kreisstadt des Landkreises Goslar. Zum 31. Dezember 2024 hatte sie 47.419 Einwohner.

Der 979 erstmals erwähnte Bergbauort wurde etwa zur selben Zeit Sitz einer Kaiserpfalz und entwickelte sich bis zum 13. Jahrhundert kontinuierlich zur Stadt weiter. 1290 erlangte Goslar die Reichsunmittelbarkeit und behielt bis zur Mediatisierung 1802 den Status einer selbständigen Reichsstadt im Heiligen Römischen Reich, was sich im Stadtwappen widerspiegelt.

Die Altstadt von Goslar mit ihren über 1.500 Fachwerkhäusern sowie das am südlichen Stadtrand liegende ehemalige Erzbergwerk Rammelsberg zählen seit 1992 unter der Bezeichnung Bergwerk Rammelsberg, Altstadt von Goslar und Oberharzer Wasserwirtschaft zu den Weltkulturerbestätten der UNESCO.

wikipedia.org
Der Rammelsberg und Goslar, Deutschland
© NHK Nippon Hoso Kyokai