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Strasbourg, Grande-Île und Neustadt

Strasbourg, Frankreich
03.04.2017

Strasbourg, ein lebendiges Zeugnis europäischer Geschichte und Kultur, vereint deutsche und französische Einflüsse auf einzigartige Weise. Das UNESCO-Weltkulturerbe "Strasbourg, Grande-Île und Neustadt" umfasst das historische Herz der Stadt und seine monumentale Erweiterung aus dem späten 19. Jahrhundert. Zusammen bilden sie ein außergewöhnliches Beispiel für die Entwicklung einer europäischen Stadt.

Die Grande-Île: Historisches Herz

Die von der Ill umflossene Grande-Île bildet das historische Zentrum. Schon die Römer gründeten hier Argentoratum. Im Mittelalter wurde die Insel ein blühendes Handelszentrum. Ihr Juwel ist die beeindruckende Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg. Über Jahrhunderte erbaut, zeugt ihr gotischer Turm, einst das höchste Gebäude der Christenheit, von meisterlicher Baukunst. Ihre astronomische Uhr und Glasfenster faszinieren bis heute. Das malerische Viertel Petite France mit seinen Fachwerkhäusern entlang der Kanäle war einst Heimat von Gerbern und Fischern.

Die Neustadt: Deutsches Kaiserreich trifft Stadtplanung

Nach der Annexion des Elsass durch das Deutsche Kaiserreich 1871 erlebte Straßburg eine radikale Neugestaltung. Die Neustadt, oder "Quartier allemand", wurde unter Jean Geoffroy Conrath als repräsentatives Verwaltungszentrum konzipiert. Kaiser Wilhelm I. und Kanzler Otto von Bismarck sahen darin ein Symbol deutscher Macht. Breite Boulevards, Plätze und imposante Gebäude prägen das Bild. Hervorzuheben sind das majestätische Palais du Rhin (einst Kaiserpalast), die Bibliothèque Nationale et Universitaire de Strasbourg und die Opéra National du Rhin. Diese Erweiterung ist ein herausragendes Beispiel europäischer Stadtplanung des Fin de Siècle, die deutsche und französische Architekturen vereint.

Die harmonische Koexistenz dieser zwei Stadtteile – des mittelalterlichen und des kaiserzeitlichen – verleiht Straßburg seinen unverwechselbaren Charakter und ist der Grund für die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe. Es ist ein Ort, wo Geschichte greifbar wird und die Stadtentwicklung über Jahrhunderte hinweg nachvollziehbar bleibt.

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