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Kulturlandschaft Fertö-Neusiedler See

Mörbisch, Österreich
03.09.2020

Die Kulturlandschaft Fertö-Neusiedler See, ein grenzüberschreitendes Weltkulturerbe zwischen Österreich und Ungarn, ist ein lebendiges Zeugnis der harmonischen Koexistenz von Mensch und Natur. Dieser einzigartige Landstrich rund um den westlichsten Steppensee Europas, den Neusiedler See auf österreichischer Seite und Fertő-tó in Ungarn, verzaubert durch seine Weite, seine vielfältige Flora und Fauna sowie eine Jahrtausende alte Kulturgeschichte.

Einzigartige Symbiose

Das Besondere dieser Region liegt in der außergewöhnlichen Symbiose aus Naturlandschaft und menschlicher Gestaltung. Der flache Neusiedler See mit seinem ausgedehnten Schilfgürtel prägt das Bild und bietet Lebensraum für unzählige Vogelarten. Umliegende Dörfer wie Mörbisch am See und die Freistadt Rust sind eng mit dem See und der Weinkultur verbunden, die hier seit römischen Zeiten gepflegt wird.

Spuren der Geschichte

Die Geschichte der Region reicht weit zurück. Schon die Römer nutzten den Bernsteinweg, der hier entlangführte, und hinterließen ihre Spuren. Im Mittelalter entwickelten sich erste Siedlungen und eine agrarisch geprägte Kultur. Später prägten mächtige Adelsfamilien wie die Esterházy die Landschaft mit ihren Schlössern und Gütern, allen voran das beeindruckende Schloss Esterházy in Eisenstadt, das die kulturelle Bedeutung der Region unterstreicht. Die Donaumonarchie förderte die Entwicklung von Handel und Weinbau. Die jahrhundertelange Prägung durch verschiedene Kulturen – pannonisch, ungarisch, österreichisch – schuf eine einzigartige kulturelle Identität.

Kultur und Natur im Einklang

Auch nach der Teilung durch den Eisernen Vorhang, der die Region Jahrzehnte lang trennte, konnte die Einheit der Kulturlandschaft bewahrt werden, was maßgeblich zu ihrer Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe im Jahr 2001 beitrug. Die Bewahrung traditioneller Anbaumethoden, der Schutz der einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt und die Förderung eines sanften Tourismus sind heute zentrale Anliegen. Besucher erleben hier eine unverfälschte Natur, gepaart mit Weinbautradition und der Gastfreundschaft der pannonischen Tiefebene.

Weiterführende Links

Der Neusiedler See (ungar. Fertő tó, fertő bedeutet wörtlich „Sumpf“) ist, wie der Plattensee, einer der wenigen Steppenseen in Europa und der größte ohne natürlichen Abfluss ausgestattete See in Mitteleuropa. Er liegt flächenmäßig überwiegend auf österreichischem und zu einem weit geringeren Teil auf ungarischem Staatsgebiet. Der See zeichnet sich durch seinen Schilfgürtel, seine geringe Tiefe und sein mildes, aber windiges Klima aus. Seine einzigartige Fauna und Flora wird durch die Errichtung der beiden Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel und Fertő-Hanság sowie durch die Ernennung zum UNESCO-Welterbe mit der Bezeichnung Kulturlandschaft Fertő/Neusiedler See geschützt.

Der österreichische Teil des Sees ist überwiegend Eigentum der Familie Esterházy; kleinere Teile gehören den Anrainergemeinden. Der See ist wegen der globalen Erwärmung zunehmend von seiner Austrocknung bedroht.

Auf österreichischem Gebiet ist der Neusiedler See samt einer rundumlaufenden Zone, die östlich breiter ist und hier den österreichischen Teil des Nationalparks Neusiedler See-Seewinkel einschließt, gemäß den Luftverkehrsregeln 2014 wegen des Natur- und Vogelschutzgebiets ein Flugbeschränkungsgebiet mit allgemeinem Flugverbot von 1. Oktober bis 31. Juli, in einer Flughöhe von 0 (Erdboden) bis in 1500 Fuß (etwa 457 m) Höhe über Grund.

wikipedia.org
Der Neusiedler See - Nirgendwo ist mehr Himmel, Österreich