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Venedig und seine Lagune

Venedig, Italien
09.09.2021

Venedig und seine Lagune, seit 1987 UNESCO-Weltkulturerbe, ist ein einzigartiges Meisterwerk. Auf über 100 Inseln in einer Salzwasserlagune erbaut, ist diese Stadt ein lebendiges Zeugnis menschlichen Einfallsreichtums, das sich harmonisch einfügte und eine der mächtigsten Seehandelsmächte wurde.

Ursprung in der Lagune

Die Geschichte Venedigs beginnt im 5. Jahrhundert, als Bewohner des römischen Festlandes vor Invasionen der Barbaren (Attila, Langobarden) in die Lagune flohen. Sie suchten Zuflucht auf Inseln wie Torcello, Murano und Burano. Daraus entstand eine Gemeinschaft, deren Zentrum sich allmählich auf die Inseln um den Rialto-Archipel verlagerte.

Die Blütezeit als Seerepublik

Venedig stieg zur mächtigen Republik Venedig auf, die über Jahrhunderte das Mittelmeer beherrschte. Geleitet von Dogen aus dem Dogenpalast, kontrollierte die Stadt ein weitläufiges Handelsnetz. Der Handelsreichtum manifestierte sich in architektonischer und künstlerischer Pracht. Venedig wurde ein Schmelztiegel der Kulturen, sichtbar in seiner byzantinischen und gotischen Architektur.

Ikonische Bauwerke und Plätze

Das Herz Venedigs schlägt auf dem Markusplatz. Hier erhebt sich der prächtige Markusdom, ein Meisterwerk byzantinischer Architektur mit goldenen Mosaiken. Daneben steht der majestätische Dogenpalast, einst politisches Machtzentrum und Residenz der Dogen. Die Rialtobrücke, Ikone über den Canal Grande, war einst pulsierendes Handelszentrum.

Bedrohungen und Bewahrung

Die Lagune von Venedig ist ein einzigartiges Ökosystem, entscheidend für den Schutz der Stadt und ihre Identität. Doch dieses Weltkulturerbe steht vor großen Herausforderungen: dem steigenden Meeresspiegel und der Acqua Alta. Der Schutz Venedigs und seiner Lagune ist eine globale Verpflichtung zur Bewahrung dieses Erbes.

Weiterführende Links

Die Lagune von Venedig ist ein durch Landzungen und Inseln weitgehend abgetrenntes Haff im Norden der Adria. Sie entstand um 4000 v. Chr. durch Ablagerungen des Brenta und anderer Flüsse. In der Lagune liegt die Stadt Venedig.

Venedig (italienisch Venezia [veˈnɛʦːi̯a], venezianisch Venesia [veˈnɛsja]) ist eine Stadt im Nordosten Italiens. Sie ist Hauptstadt der Region Venetien und der Metropolitanstadt Venedig. Venedig trägt den Beinamen La Serenissima („Die Durchlauchtigste“). Das historische Zentrum (centro storico) liegt auf 127 Inseln in der Lagune von Venedig.

Die Gesamtfläche Venedigs beträgt 414,6 km², davon entfallen 257,7 km² auf Wasserflächen. Am 31. Dezember 2024 zählte die Stadt 249.466 Einwohner, davon 179.794 in den Stadtteilen auf dem Festland, 52.996 im historischen Zentrum und 27.730 innerhalb der Lagune. Die Lagune erstreckt sich über etwa 550 km² zwischen den Mündungen der Flüsse Etsch im Süden und Piave im Norden in die Adria.

Venedig war bis 1797 Hauptstadt der Republik Venedig und mit über 180.000 Einwohnern eine der größten europäischen Städte. Bis ins 16. Jahrhundert war es eine der bedeutendsten Handelsstädte, über die der überwiegende Teil des Handels zwischen Westeuropa und dem östlichen Mittelmeer abgewickelt wurde. Venedig unterhielt die meisten Handels- und Kriegsschiffe. Zum Staatsoberhaupt wurde der jeweilige Doge in einem komplizierten Wahlverfahren zunächst durch die Volksversammlung, dann durch den städtischen Adel gewählt. Letzterer monopolisierte die höheren Ämter und profitierte vom Handel mit Luxuswaren, Gewürzen, Salz und Weizen, während der Rest der Bevölkerung weitgehend vom Fernhandel ausgeschlossen blieb. Venedig entwickelte sich zum größten Finanzzentrum und dominierte ein Kolonialreich, das von Oberitalien bis Kreta und zeitweise bis nach Zypern reichte. Nach französischer und österreichischer Herrschaft zwischen 1798 und 1866 wurde Venedig ein Teil Italiens. 1917 wurde Marghera und 1926 im Zuge des faschistischen Projektes zur Bildung eines „Groß-Venedigs“ der Ort Mestre sowie der größte Teil der auf dem Festland liegenden Stadtteile eingemeindet. Der jüdische Anteil der Bevölkerung wurde während des Zweiten Weltkriegs von den Deutschen, die Italien ab 1943 besetzt hatten, deportiert, wobei 200 jüdische Personen ermordet wurden. Bis 1950 wuchs die Zahl der Einwohner des historischen Zentrums durch Kriegsflüchtlinge auf rund 185.000 an. In den Jahren 1965 bis 1970 erreichte die Gesamtstadt mit knapp 370.000 Einwohnern die höchste Bevölkerungszahl. Seitdem ist diese um rund 120.000 zurückgegangen.

Venedig und seine Lagune stehen seit 1987 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Beide inspirierten viele Künstler und Venedig wurde zu einer Touristenattraktion. Seit dem 20. Jahrhundert ist die wirtschaftliche Struktur der Altstadt einseitig auf den Tourismus ausgerichtet, während sich die industrielle Tätigkeit vor allem um Mestre und Marghera auf dem westlich gelegenen Festland konzentriert.

wikipedia.org
UNESCO-Welterbe Venedig: Ein Bauwunder in Gefahr
Venedig - Die sinkende Stadt | Doku
© NHK Nippon Hoso Kyokai