Königliche Botanische Gärten in Kew
London - Richmond upon Thames, England
22.10.2021
Die Königlichen Botanischen Gärten in Kew, eingebettet im malerischen Richmond upon Thames in London, England, sind nicht nur eine grüne Oase, sondern ein lebendiges Zeugnis der botanischen Forschung und Gartenkunst. Seit 2003 gehört dieser einzigartige Ort zum UNESCO-Weltkulturerbe und zieht jährlich Millionen von Besuchern an, die sich an seiner Schönheit und wissenschaftlichen Bedeutung erfreuen.
Die Anfänge eines botanischen Weltwunders
Die Geschichte von Kew begann im Jahr 1759, als Prinzessin Augusta von Sachsen-Gotha, die Mutter von König Georg III., auf dem Gelände des heutigen Gartens einen neun Hektar großen botanischen Garten anlegte. Sie beauftragte den schottischen Botaniker William Aiton mit der Kultivierung exotischer Pflanzen. Schon bald wurde Kew zu einem Zentrum für die Erforschung und Einführung neuer Pflanzenarten aus aller Welt. Ihre Vision legte den Grundstein für eine Institution, die die Botanik maßgeblich prägen sollte.
Wissenschaftliche Exzellenz und Expansion
Im 19. Jahrhundert erfuhr Kew unter der Leitung von Persönlichkeiten wie Sir Joseph Banks, der die Welt mit James Cook umsegelte, und später den Direktoren Sir William Hooker und seinem Sohn Sir Joseph Dalton Hooker eine bemerkenswerte Expansion. Sie machten Kew zu einem führenden globalen Zentrum für botanische Forschung und Klassifizierung. Unzählige Expeditionen wurden von hier aus geplant, um Pflanzen für wissenschaftliche Zwecke und zur Bereicherung der Sammlungen zu sammeln. Heute beherbergt Kew ein Herbarium mit über sieben Millionen konservierten Pflanzenexemplaren, eine der größten Sammlungen weltweit.
Architektonische Meisterwerke und Naturschutz
Die Gärten sind auch berühmt für ihre beeindruckenden architektonischen Strukturen. Das ikonische Palm House, ein Meisterwerk viktorianischer Eisen- und Glasarchitektur, wurde in den 1840er Jahren von Richard Turner und Decimus Burton entworfen und beherbergt tropische Pflanzen. Ebenso spektakulär ist das Temperate House, das größte viktorianische Gewächshaus der Welt. Nicht zu vergessen ist die Große Pagode, ein exotisches Wahrzeichen, das von Sir William Chambers im 18. Jahrhundert erbaut wurde. Moderne Ergänzungen wie die Sackler Crossing fügen sich nahtlos in die historische Landschaft ein. Über seine ästhetische Anziehungskraft hinaus widmet sich Kew intensiv dem globalen Naturschutz, der Saatgutforschung und der Bewahrung der Pflanzenvielfalt für zukünftige Generationen.
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