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Kathedrale, Abtei St. Augustin und St. Martins-Kirche in Canterbury

Canterbury, England, England
18.07.2022

Canterbury, ein Ort von tiefgreifender historischer und spiritueller Bedeutung, beherbergt ein einzigartiges Ensemble von drei Stätten, die gemeinsam zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören: die Kathedrale von Canterbury, die Abtei St. Augustinus und die St. Martins-Kirche. Diese Denkmäler erzählen die Geschichte der Christianisierung Englands über Jahrhunderte.

Die Kathedrale von Canterbury

Die Kathedrale von Canterbury ist das Herzstück des anglikanischen Glaubens und Sitz des Erzbischofs von Canterbury. Ihre Ursprünge reichen bis ins Jahr 597 zurück, als der heilige Augustinus von Canterbury hier eine Kirche gründete. Die heutige gotische Kathedrale ist berühmt als Wallfahrtsort, nachdem Erzbischof Thomas Becket hier im Jahr 1170 brutal ermordet wurde. Dieser Mord machte die Kathedrale zu einem der wichtigsten Pilgerziele Europas, literarisch verewigt in Chaucers Canterbury Tales. Ihre Architektur spiegelt Jahrhunderte kirchlicher und handwerklicher Entwicklung wider.

Die Abtei St. Augustinus

Die Ruinen der Abtei St. Augustinus liegen nahe der Kathedrale. Sie wurde ebenfalls von Augustinus von Canterbury kurz nach seiner Ankunft im 6. Jahrhundert gegründet, um das Christentum in England wiederzubeleben. Ursprünglich diente sie als Begräbnisstätte für Erzbischöfe und die Könige von Kent. Die Abtei war ein zentrales intellektuelles und spirituelles Zentrum, bis sie unter Heinrich VIII. während der Reformation aufgelöst wurde. Ihre Überreste zeugen von einstiger Pracht und ihrer entscheidenden Rolle bei der Ausbreitung des Christentums.

Die St. Martins-Kirche

Die St. Martins-Kirche ist die kleinste, aber möglicherweise geschichtlich älteste Komponente dieses Erbes. Sie gilt als die älteste durchgehend genutzte Pfarrkirche Englands. Bereits vor der Mission des heiligen Augustinus diente sie Königin Bertha, der christlichen Gemahlin des heidnischen Königs Ethelbert von Kent, als Gebetsstätte. Ihre römischen Ursprünge sind noch heute in Teilen des Mauerwerks erkennbar, was sie zu einem einzigartigen Zeugnis der frühesten christlichen Präsenz auf den Britischen Inseln macht.

Ein Erbe von Weltrang

Zusammen bilden diese drei Stätten ein einzigartiges Zeugnis der Geschichte des Christentums in England und seiner Ausbreitung. Sie illustrieren die Entwicklung von kirchlicher Macht, Architektur und Kunst und sind von universeller Bedeutung für die Verbreitung der christlichen Zivilisation und Kultur in Europa.

Weiterführende Links

Die Kathedrale von Canterbury (englisch auch bekannt als Christ Church Cathedral), offiziell The Cathedral of Christ Church, in Canterbury, England, ist mit ihrem 75 m hohen Turm, dem so genannten Bell Harry, ein meisterhaftes Bauwerk der Romanik und Gotik. Die Kathedrale gehört zusammen mit der Abtei St. Augustinus und der St Martin’s Church seit 1988 zum Weltkulturerbe der UNESCO.

2019 wurde die Kathedrale von Canterbury von rund 877.000 Personen besucht. 2024 betrug die Besucherzahl etwa 660.000 Personen.

Seit der Gründung der Anglikanischen Kirche durch Heinrich VIII. ist der Erzbischof von Canterbury als Primate of all England deren geistliches Oberhaupt. Er krönt außerdem die englischen Könige. Seit dem Bau ist die Kathedrale auch ein bedeutender Wallfahrtsort.

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