Gärten und Schloss von Kroměříž
Kroměříž, Tschechien
12.04.2023
Im Herzen Mährens, eingebettet in die malerische Landschaft Tschechiens, liegt das beeindruckende UNESCO-Weltkulturerbe „Gärten und Schloss von Kroměříž“. Diese einzigartige Anlage zeugt von der reichen Geschichte und der außergewöhnlichen Kunstfertigkeit des Barock und diente über Jahrhunderte als prächtige Residenz der Bischöfe und Erzbischöfe von Olomouc.
Eine Residenz voller Geschichte
Die Ursprünge der Anlage reichen bis ins Mittelalter. Nach der verheerenden Zerstörung durch schwedische Truppen im Dreißigjährigen Krieg (1643) erfolgte der Wiederaufbau. Die heutige Pracht ist maßgeblich Bischof Karl II. von Liechtenstein-Kastelkorn zu verdanken, der ab 1664 die Leitung übernahm. Unter seiner Ägide entstand in den folgenden Jahrzehnten ein Gesamtkunstwerk aus Architektur und Gartenbau. Die Gestaltung des Schlosses und des Blumengartens (Květná zahrada) lag in den Händen italienischer Meister wie Filiberto Lucchese und Giovanni Pietro Tencalla.
Der prächtige Blumengarten
Das absolute Highlight von Kroměříž ist der Blumengarten, auch bekannt als Květná zahrada. Er ist ein seltenes, außergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel eines formalen Barockgartens aus dem 17. Jahrhundert, inspiriert von italienischen Renaissancegärten. Mit präzise geschnittenen Hecken, kunstvollen Parterres, Brunnen und Skulpturen entführt er in eine Welt der Symmetrie und Ästhetik. Herzstück ist die oktogonale Rotunde mit reicher Stuckverzierung und Fresken, umgeben von einem Labyrinth und der Kolonnade, geschmückt mit Statuen antiker Gottheiten. Im Gegensatz dazu präsentiert sich der weitläufigere Schlossgarten (Podzámecká zahrada) als romantischer Landschaftspark im englischen Stil.
Das majestätische Schloss
Das dreiflügelige Schloss Kroměříž selbst ist ein Meisterwerk der Barockarchitektur. Es beherbergt eine Fülle von Kunstschätzen und historischen Räumen. Besonders hervorzuheben sind die prunkvolle Versammlungshalle, die Schlossbibliothek mit über 100.000 Bänden und das einzigartige Münzkabinett. Die reiche Ausstattung mit Fresken, Gemälden und historischen Möbeln gibt Einblick in das Leben und die Kultur der geistlichen Fürsten.
Ein Erbe von Weltrang
Die Anlage wurde 1998 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen, da sie ein herausragendes Beispiel einer barocken fürstbischöflichen Residenz darstellt. Ihre Komplexität und ihr Erhaltungszustand sind außergewöhnlich. Insbesondere die Kombination des repräsentativen Schlosses mit dem revolutionären Blumengarten, der die Entwicklung europäischer Gartenkunst maßgeblich beeinflusste, macht Kroměříž zu einem unvergleichlichen Zeugnis menschlichen Genies.
Weiterführende Links
Schloss Kroměříž (tschechisch Zámek Kroměříž) im mährischen Kroměříž (deutsch Kremsier) ist ein barocker Profanbau in Tschechien. Das ehemalige Erzbischöfliche Schloss wurde zusammen mit dem Schlosspark und dem Blumengarten im Jahre 1998 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Mit rund 178.000 Besuchern im Jahr 2024 ist es eines der meistbesuchten Schlösser Tschechiens.