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Rathaus und Roland in Bremen

Bremen, Deutschland
10.05.2009

Das Ensemble aus dem Rathaus und dem Roland auf dem Marktplatz von Bremen ist ein herausragendes Denkmal bürgerlicher Autonomie und Souveränität, das seit 2004 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Im Herzen der Hansestadt Bremen gelegen, verkörpern diese beiden Bauwerke eine einzigartige Synthese aus Architektur, Kunst und politischer Geschichte.

Ein Zeugnis städtischer Autonomie

Das Bremer Rathaus, ein Meisterwerk der deutschen Backsteingotik, wurde ursprünglich zwischen 1405 und 1410 errichtet. Seine heutige prunkvolle Fassade erhielt es jedoch während einer umfassenden Umgestaltung in den Jahren 1609 bis 1612 durch den Architekten Lüder von Bentheim im Stil der Weser-Renaissance. Mit seiner reichen Ornamentik, den großen Fenstern und den beeindruckenden Giebeln spiegelt es den Reichtum und den Stolz der freien Reichsstadt Bremen wider. Im Inneren zeugen die ehrwürdige Obere Rathaushalle und die prunkvolle Güldenkammer von der Bedeutung dieses Ortes als Zentrum städtischer Macht und Verwaltung.

Der steinerne Wächter der Freiheit

Direkt vor dem Rathaus und mit Blick auf den Dom St. Petri thront seit 1404 die imposante Roland-Statue. Dieser über fünfeinhalb Meter hohe steinerne Ritter ist das wohl bekannteste Symbol der Stadt Bremen. Er steht für die Marktrechte, die kaiserliche Gerichtsbarkeit und die hart erkämpfte Reichsfreiheit, die Bremen im Mittelalter genoss. Die Figur des Roland, ursprünglich eine Sagengestalt Karls des Großen, wurde im Heiligen Römischen Reich zu einem Sinnbild bürgerlicher Freiheit und städtischer Eigenständigkeit. Eine alte Bremer Legende besagt, dass Bremen solange frei bleiben wird, wie der Roland wacht.

Die Bedeutung des Ensembles

Das Ensemble aus Rathaus und Roland ist nicht nur architektonisch und künstlerisch von höchstem Wert, sondern verkörpert auch auf einzigartige Weise die Entwicklung bürgerlicher Autonomie und Souveränität im Heiligen Römischen Reich. Es dokumentiert den jahrhundertelangen Kampf der Städte um Unabhängigkeit und ihre Fähigkeit, diese im Laufe der Zeit zu behaupten. Die UNESCO-Inschrift im Jahr 2004 würdigt diese universelle Bedeutung als herausragendes Zeugnis kommunaler Selbstverwaltung und städtischer Freiheit in Europa.

Weiterführende Links

Das Bremer Rathaus ist eines der bedeutendsten Bauwerke der Backsteingotik und der Weserrenaissance in Europa. Seit 1917 steht es unter Denkmalschutz. Im Juli 2004 wurde es zusammen mit dem Bremer Roland von der UNESCO zum Weltkulturerbe der Menschheit erklärt.

Das Gebäude ist Sitz des Senats und des Präsidenten des Senats der Freien Hansestadt Bremen zugleich auch einer der beiden Bremer Bürgermeister.

wikipedia.org
Bremen: Rathaus und Roland - Tresor bürgerlicher Freiheit, Deutschland
© NHK Nippon Hoso Kyokai