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Die Piazza del Duomo in Pisa

Pisa, Italien
19.05.2015

Die Piazza del Duomo in Pisa, auch bekannt als Piazza dei Miracoli (Platz der Wunder), ist ein architektonisches Meisterwerk und ein Zeugnis mittelalterlicher italienischer Baukunst. Seit 1987 gehört dieses Ensemble, das vier außergewöhnliche Sakralbauten umfasst, zum UNESCO-Weltkulturerbe und zieht jährlich Millionen von Besuchern an, die von seiner Schönheit und Geschichte verzaubert sind.

Die Kathedrale Santa Maria Assunta

Im Herzen der Piazza erhebt sich der prächtige Dom Santa Maria Assunta, ein Meisterwerk des pisanischen Romanikstils. Baubeginn war im Jahr 1063 unter dem Architekten Buscheto, finanziert durch die reiche Beute aus einem Seesieg über die Sarazenen. Die Kathedrale wurde mit fünf Schiffen konzipiert und im 12. Jahrhundert von Rainaldo erweitert. Ihre Fassade aus weißem Marmor und polychromen Steinen, verziert mit Loggien und Bögen, spiegelt den Wohlstand und die Macht der Seerepublik Pisa wider. Im Inneren beeindrucken die kunstvolle Kanzel von Giovanni Pisano und die prachtvollen Mosaike, die die byzantinische Kunsttradition ehren.

Das Battistero di San Giovanni

Direkt gegenüber der Kathedrale steht das imposante Baptisterium San Giovanni, das größte Taufbecken Italiens. Mit dem Bau wurde 1152 durch Diotisalvi begonnen, der das Erdgeschoss im romanischen Stil errichtete. Spätere Architekten, darunter Nicola Pisano und Giovanni Pisano, fügten gotische Elemente hinzu, darunter die charakteristische Kuppel, die dem Bauwerk seine einzigartige Form verleiht. Das Baptisterium ist berühmt für seine außergewöhnliche Akustik, die durch seine runde Form verstärkt wird.

Der Campanile – Der Schiefe Turm von Pisa

Weltweit bekannt ist der freistehende Glockenturm, der Campanile, besser bekannt als der Schiefe Turm von Pisa. Der Bau begann 1173, doch bereits nach Fertigstellung des dritten Stockwerks im Jahr 1178 begann der Turm aufgrund des weichen Bodens auf einer Seite abzusinken. Trotz dieser Herausforderung wurde der Bau über fast zwei Jahrhunderte hinweg fortgesetzt, was zu der heutigen Neigung führte, die ihn zu einem der berühmtesten Wahrzeichen der Welt macht. Seine charakteristische Krümmung und die Bemühungen, ihn vor dem Einsturz zu bewahren, sind faszinierende Kapitel der Ingenieurskunst und Denkmalpflege.

Der Camposanto Monumentale

Den nördlichen Abschluss der Piazza bildet der Camposanto Monumentale, der Friedhof. Legenden besagen, dass heilige Erde vom Berg Golgatha hierher gebracht wurde. Dieser rechteckige Bau, dessen Bau 1277 begann, beherbergt im Inneren einen weitläufigen Arkadenhof, der einst mit prächtigen Fresken ausgeschmückt war, darunter der berühmte „Triumph des Todes“. Obwohl viele Fresken im Zweiten Weltkrieg beschädigt wurden, sind die Überreste und die wiederhergestellten Werke ein beeindruckendes Zeugnis der mittelalterlichen Kunst und Philosophie. Die Sarkophage und Grabmäler zeugen von der langen Geschichte der Stadt und ihrer bedeutenden Persönlichkeiten.

Die Piazza del Duomo in Pisa ist mehr als nur eine Ansammlung beeindruckender Bauwerke; sie ist ein harmonisches Ensemble, das die visionäre Kraft und den künstlerischen Ausdruck einer blühenden Republik verkörpert. Ihre zeitlose Schönheit und die faszinierenden Geschichten, die jeder Stein erzählt, machen sie zu einem unvergleichlichen Ort des Staunens und der Besinnung.

Weiterführende Links

Die Piazza dei Miracoli (italienisch für „Platz der Wunder“), offiziell Piazza del Duomo, ist der Domplatz der toskanischen Stadt Pisa. Das Areal liegt im Nordwesten der Altstadt nahe an der mittelalterlichen Stadtmauer und bildet einen abgeschlossenen Sakralbezirk, dessen Bedeutung weit über Pisa hinausreicht. Auf dem Platz stehen die vier Hauptwerke der pisanischen Baukunst: der Dom Santa Maria Assunta mit seinem freistehenden Campanile, dem Schiefen Turm von Pisa, das Baptisterium San Giovanni sowie der Friedhof Camposanto Monumentale. Seit 1987 gehört dieses Ensemble zum UNESCO-Welterbe.

Der Begriff „Piazza dei Miracoli“ geht nicht auf die mittelalterliche Tradition zurück, sondern auf den Dichter Gabriele D’Annunzio, der den Platz in seinem Roman Forse che sì, forse che no als „prato dei miracoli“ – „Wiese der Wunder“ – bezeichnete.

wikipedia.org
Pisa - Aufbruch in die neue Zeit, Italien
© NHK Nippon Hoso Kyokai