Hieronymuskloster und Turm von Belém in Lissabon
Lissabon, Portugal
14.09.2014
Die beiden ikonischen Bauwerke, das Hieronymuskloster und der Turm von Belém, stehen majestätisch am Ufer des Tejo in Lissabon und verkörpern das goldene Zeitalter der portugiesischen Entdeckungen. Sie wurden 1983 gemeinsam von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und sind herausragende Beispiele des einzigartigen Manuelinischen Stils, der sich durch seine reiche Ornamentik mit nautischen und exotischen Motiven auszeichnet.
Das prächtige Hieronymuskloster
Das Hieronymuskloster, auf Portugiesisch Mosteiro dos Jerónimos, wurde 1496 von König Manuel I. in Auftrag gegeben, um die glückliche Rückkehr Vasco da Gamas von seiner Seereise nach Indien zu feiern. Der Bau begann um 1502 und finanzierte sich maßgeblich aus den Gewürzeinnahmen aus dem Indienhandel. Als ehemalige Gebetsstätte des Hieronymitenordens diente es auch als Grabstätte für die Mitglieder der Aviz-Dynastie. Hier ruhen unter anderem der große Seefahrer Vasco da Gama und der Nationaldichter Luís de Camões. Die Kirche Santa Maria, das Herzstück des Klosters, beeindruckt mit ihren filigranen Säulen und dem kunstvollen Kreuzgewölbe, während der zweistöckige Kreuzgang als Meisterwerk des Manuelinischen Stils gilt.
Der markante Turm von Belém
Wenige Schritte entfernt erhebt sich der Turm von Belém, auf Portugiesisch Torre de Belém, wie eine elegante Festung aus dem Wasser. Er wurde zwischen 1514 und 1519 unter der Leitung des Architekten Francisco de Arruda erbaut und diente ursprünglich als Festung zur Verteidigung der Mündung des Tejo sowie als zeremonielles Tor zu Lissabon. Sein Design ist eine faszinierende Mischung aus gotischen, maurischen und frührenaissancezeitlichen Elementen, die ihn zu einem unverwechselbaren Symbol der portugiesischen Seemacht und des Zeitalters der Entdeckungen machen. Der Turm zeugt von der Kühnheit der portugiesischen Seefahrer und der globalen Reichweite des damaligen Königreichs.
Zusammen bilden diese beiden Monumente ein beeindruckendes Ensemble, das die Epoche Portugals als maritime Weltmacht eindrucksvoll widerspiegelt und die visionären Ambitionen seiner Herrscher und Entdecker ehrt.
Weiterführende Links
Belém [bɨˈlɐ̃j], portugiesisch für Bethlehem, ist ein am Tejo gelegener Stadtteil (freguesia) im Westen der portugiesischen Hauptstadt Lissabon. In der 3,45 km² großen Gemeinde wohnen 8546 Einwohner (Stand 30. Juni 2011).
Der Ort war bis 1885 selbständig, danach wurde er nach Lissabon eingemeindet. Da beim großen Erdbeben 1755, das die Innenstadt von Lissabon weitgehend zerstört hat, Belém kaum in Mitleidenschaft gezogen wurde, befinden sich hier viele bekannte Sehenswürdigkeiten der portugiesischen Hauptstadt, vor allem solche aus der Zeit vor dem Beben.
Am 7. Februar 1959 wurde der nördliche Teil als São Francisco Xavier zu einer eigenen Stadtgemeinde erhoben. Im Vorfeld der Kommunalreform am 29. September 2013 wurden die beiden Gemeinden wieder zusammengelegt.