Historisches Zentrum von Sankt Petersburg und zugehörige Monumente
Sankt Petersburg, Russische Föderation
21.07.2016
Das Historische Zentrum von Sankt Petersburg und zugehörige Monumente stellt ein außergewöhnliches Zeugnis der Stadtplanung und Architektur des 18. und 19. Jahrhunderts dar. Als Gesamtheit wurde dieses Ensemble von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und verkörpert die Vision des russischen Zarenreiches.
Die Geburt einer Kaiserstadt
Die Stadt wurde im Jahr 1703 von Peter dem Großen auf sumpfigem Gelände an der Mündung der Newa in die Ostsee gegründet. Sein ehrgeiziges Ziel war es, ein "Fenster nach Europa" zu schaffen, eine moderne Hauptstadt, die sowohl militärisch strategisch als auch kulturell den europäischen Metropolen ebenbürtig war. Tausende von Arbeitern und Ingenieuren wurden herangezogen, um die Stadt nach westlichen Vorbildern zu errichten, was zu einer einzigartigen Mischung aus russischer und europäischer Baukunst führte. Das Herzstück der frühen Stadt bildete die Peter-und-Paul-Festung auf der Haseninsel, die auch die Grabstätte vieler russischer Zaren ist.
Architektonische Meisterwerke
Die Stadt ist ein riesiges Freilichtmuseum des Barock und Klassizismus. Der Newski-Prospekt, die Hauptverkehrsader, ist gesäumt von prächtigen Gebäuden, Kirchen und Palästen. Zu den herausragendsten Bauwerken zählt der Winterpalast, einst Residenz der Zaren und heute Hauptgebäude der weltberühmten Eremitage, einem der größten und ältesten Kunstmuseen der Welt. Seine grüne Fassade und die verschwenderischen Innenräume sind atemberaubend. Ebenso beeindruckend sind die kolossale Isaakskathedrale mit ihrer goldenen Kuppel und die an den Petersdom in Rom erinnernde Kasaner Kathedrale. Die farbenprächtige Auferstehungskirche, auch Erlöserkirche genannt, mit ihren Zwiebelkuppeln ist ein ikonisches Symbol der Stadt und erinnert an die Moskauer Basilius-Kathedrale.
Die Umgebung der Zaren
Das Weltkulturerbe umfasst nicht nur das Stadtzentrum, sondern auch eine Reihe von Palast- und Parkanlagen in der Umgebung. Dazu gehören das atemberaubende Peterhof, oft als "russisches Versailles" bezeichnet, bekannt für seine spektakulären Springbrunnen und Gärten. Auch Zarskoje Selo (heute Puschkin) mit dem prächtigen Katharinenpalast, in dem das rekonstruierte Bernsteinzimmer zu bestaunen ist, gehört zu diesem Ensemble. Diese Residenzen zeugen vom Reichtum und der künstlerischen Raffinesse des russischen Kaiserhofes.
Sankt Petersburg ist eine Stadt, deren gesamtes Erscheinungsbild ein Kunstwerk ist. Die durchdachte Stadtplanung, die harmonische Integration von Wasserwegen und die Fülle an architektonischen Wundern machen es zu einem unvergleichlichen Ort, der die Geschichte und Kultur Russlands auf einzigartige Weise widerspiegelt.
Weiterführende Links
Sankt Petersburg (russisch Sankt-Peterburg; kurz auch St. Petersburg) ist mit 5,65 Millionen Einwohnern (Stand 2025) nach Moskau die zweitgrößte Stadt Russlands, die viertgrößte Europas und die nördlichste Millionenstadt der Erde. Sie war von 1712 bis 1918 Hauptstadt des Russischen Kaiserreiches und bis 2021 Verwaltungszentrum der sie umgebenden Oblast Leningrad. Als Stadt mit Subjektstatus ist Sankt Petersburg ein eigenständiges Föderationssubjekt der Russischen Föderation, ein Status, den sonst nur Moskau innehat. Des Weiteren ist sie das Verwaltungszentrum des Föderationskreises Nordwestrussland.
Sankt Petersburg liegt im Nordwesten des Landes an der Mündung der Newa in die Newabucht am Ostende des Finnischen Meerbusens der Ostsee und nur wenige Kilometer westlich des Ladogasees, dem größten See Europas. Die Stadt wurde 1703 während des Großen Nordischen Krieges von Zar Peter dem Großen auf Sumpfgelände nahe dem Meer gegründet, um den Anspruch Russlands auf Zugang zur Ostsee durchzusetzen, was lange Zeit durch Schweden verhindert wurde. 1712 wurde sie die neue Hauptstadt des Kaiserreiches und blieb dies bis zu dessen Ende. 1917 war St. Petersburg das Zentrum der Februarrevolution, die die Monarchie in Russland beendete, und der Oktoberrevolution, in der die Bolschewiki unter Lenin gewaltsam die Macht an sich rissen. Während des darauffolgenden Bürgerkrieges verlegten die Bolschewiki 1918 ihre Regierung zurück in die alte Hauptstadt Moskau. Während des Deutsch-Sowjetischen Krieges 1941–1945 wurde Leningrad 872 Tage lang belagert, wobei etwa eine Million Menschen starben, was eines der größten deutschen Kriegsverbrechen während des Zweiten Weltkrieges darstellte. Am 1. Mai 1945 wurde Leningrad hierfür zur Heldenstadt erklärt.
Die Stadt trug zunächst über 200 Jahre lang den heutigen Namen, von 1914 bis 1924 hieß sie Petrograd (Петроград) sowie von 1924 bis 1991 Leningrad (Ленинград), womit Lenin, der Gründer der Sowjetunion, geehrt wurde. Der örtliche Spitzname ist Piter nach der ursprünglich dem Niederländischen nachempfundenen Namensform Санкт-Питербурх Sankt-Piterburch (die vier Namen ).
Die Stadt ist ein europaweit wichtiges Kulturzentrum und beherbergt den wichtigsten russischen Ostseehafen. Die historische Innenstadt mit 2300 Palästen, Prunkbauten und Schlössern ist seit 1991 als Weltkulturerbe der UNESCO unter dem Sammelbegriff Historic Centre of Saint Petersburg and Related Groups of Monuments eingetragen. Zu den bedeutendsten kulturellen und touristischen Stätten zählen die Eremitage, die Kunstkammer, das Mariinski-Theater, die Russische Nationalbibliothek, das Russische Museum, die Peter-und-Paul-Festung, die Isaakskathedrale und der Newski-Prospekt. Im Jahr 2019 wurde Sankt Petersburg von etwa 10,4 Millionen Touristen besucht.
Mit dem 462 Meter hohen Lachta-Zentrum befindet sich das höchste Gebäude Europas in der Stadt.
Seit dem 13. Mai 2003 ist die Hymne an die Große Stadt aus dem Ballett Der Eherne Reiter von Reinhold Glière mit dem Text von Oleg Tschuprow offizielle Hymne der Stadt.