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Katharinenpalast - Historisches Zentrum von Sankt Petersburg und zugehörige Monumente

Puschkin, Russische Föderation
22.07.2016

Der Katharinenpalast in Puschkin, nahe Sankt Petersburg in der Russischen Föderation, ist ein atemberaubendes Zeugnis der opulenten Zarenzeit und gehört seit 1990 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ursprünglich als Sommerresidenz für Katharina I., die Gemahlin Peters des Großen, im frühen 18. Jahrhundert errichtet, wurde dieser Palast im Laufe der Jahrhunderte zu einem unvergleichlichen Meisterwerk der Architektur und des Kunsthandwerks.

Die barocke Pracht unter Elisabeth

Seine heutige majestätische Form verdankt der Palast maßgeblich Empress Elizabeth Petrovna (Zarin Elisabeth), der Tochter Peters des Großen. Sie beauftragte den berühmten italienischen Architekten Francesco Bartolomeo Rastrelli mit einer radikalen Erweiterung und Neugestaltung. Zwischen 1743 und 1756 verwandelte Rastrelli den eher bescheidenen Bau in ein extravagantes Rococo-Juwel. Die Fassade des Katharinenpalastes, geschmückt mit Säulen, Statuen und einer Fülle von Ornamenten, erstreckt sich über 325 Meter und war einst vollständig mit Gold verziert, ein sichtbares Zeichen der Macht und des Reichtums des Russischen Reiches.

Katharina die Große und der Klassizismus

Unter der Herrschaft von Katharina der Großen (Katharina II.) erfuhr der Palast weitere bedeutende Veränderungen. Während sie die Pracht Rastrellis schätzte, bevorzugte Katharina den schlichteren, aber eleganten neoklassizistischen Stil. Sie beauftragte Architekten wie Charles Cameron und Giacomo Quarenghi mit der Gestaltung neuer Räume und der Anlage des weitläufigen Parks. Der berühmte Agate Room und die Cameron Galerie sind Beispiele dieser neuen Ästhetik, die sich harmonisch in das bestehende Barockensemble einfügte.

Das legendäre Bernsteinzimmer

Ein unbestreitbarer Höhepunkt des Katharinenpalastes ist das Bernsteinzimmer. Ursprünglich ein Geschenk des preußischen Königs Friedrich Wilhelm I. an Peter den Großen im Jahr 1716, wurde es später unter Elisabeth im Palast installiert und von Rastrelli erweitert. Dieses einzigartige Raumkunstwerk, vollständig mit geschnitztem Bernstein und Gold verkleidet, war einst das "achte Weltwunder". Tragischerweise wurde es während des Zweiten Weltkriegs von den Nazis demontiert und ist seitdem verschwunden. Eine detailgetreue und jahrelange Rekonstruktion, die 2003 abgeschlossen wurde, ermöglicht es Besuchern heute, die einstige Pracht dieses Raumes wieder zu erleben.

Zerstörung und Wiederaufbau

Der Katharinenpalast erlitt im Zweiten Weltkrieg während der deutschen Besatzung schwere Zerstörungen. Die deutschen Truppen plünderten und verwüsteten den Palast. Nach dem Krieg begann ein Mammutprojekt des Wiederaufbaus, das bis heute andauert. Dank der unermüdlichen Arbeit von Restauratoren konnte ein Großteil der ursprünglichen Schönheit wiederhergestellt werden, was den Palast zu einem Symbol für Widerstandsfähigkeit und die Bewahrung kulturellen Erbes macht. Seine Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe würdigt nicht nur seine architektonische und künstlerische Bedeutung, sondern auch die außergewöhnlichen Bemühungen um seine Wiederherstellung.

Weiterführende Links

Der Katharinenpalast (russisch Большой Екатерининский дворец Bolschoi Ekaterininski Dworez, deutsch ‚Großer Katharinenpalast‘) ist eine ehemalige Sommerresidenz der russischen Zaren in Zarskoje Selo (Puschkin), etwa 25 km südlich von Sankt Petersburg. Er wurde in den Jahren 1748–1756 im Auftrag von Zarin Elisabeth nach Plänen von Bartolomeo Francesco Rastrelli im Stil des Barocks erbaut. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage von der deutschen Wehrmacht zerstört und danach von sowjetischen Restauratoren wiederaufgebaut. Der Katharinenpalast gehört seit 1990 zum UNESCO-Welterbe und beinhaltet als besondere Sehenswürdigkeit das rekonstruierte Bernsteinzimmer.

Sankt Petersburg (russisch Sankt-Peterburg; kurz auch St. Petersburg) ist mit 5,65 Millionen Einwohnern (Stand 2025) nach Moskau die zweitgrößte Stadt Russlands, die viertgrößte Europas und die nördlichste Millionenstadt der Erde. Sie war von 1712 bis 1918 Hauptstadt des Russischen Kaiserreiches und bis 2021 Verwaltungszentrum der sie umgebenden Oblast Leningrad. Als Stadt mit Subjektstatus ist Sankt Petersburg ein eigenständiges Föderationssubjekt der Russischen Föderation, ein Status, den sonst nur Moskau innehat. Des Weiteren ist sie das Verwaltungszentrum des Föderationskreises Nordwestrussland.

Sankt Petersburg liegt im Nordwesten des Landes an der Mündung der Newa in die Newabucht am Ostende des Finnischen Meerbusens der Ostsee und nur wenige Kilometer westlich des Ladogasees, dem größten See Europas. Die Stadt wurde 1703 während des Großen Nordischen Krieges von Zar Peter dem Großen auf Sumpfgelände nahe dem Meer gegründet, um den Anspruch Russlands auf Zugang zur Ostsee durchzusetzen, was lange Zeit durch Schweden verhindert wurde. 1712 wurde sie die neue Hauptstadt des Kaiserreiches und blieb dies bis zu dessen Ende. 1917 war St. Petersburg das Zentrum der Februarrevolution, die die Monarchie in Russland beendete, und der Oktoberrevolution, in der die Bolschewiki unter Lenin gewaltsam die Macht an sich rissen. Während des darauffolgenden Bürgerkrieges verlegten die Bolschewiki 1918 ihre Regierung zurück in die alte Hauptstadt Moskau. Während des Deutsch-Sowjetischen Krieges 1941–1945 wurde Leningrad 872 Tage lang belagert, wobei etwa eine Million Menschen starben, was eines der größten deutschen Kriegsverbrechen während des Zweiten Weltkrieges darstellte. Am 1. Mai 1945 wurde Leningrad hierfür zur Heldenstadt erklärt.

Die Stadt trug zunächst über 200 Jahre lang den heutigen Namen, von 1914 bis 1924 hieß sie Petrograd (Петроград) sowie von 1924 bis 1991 Leningrad (Ленинград), womit Lenin, der Gründer der Sowjetunion, geehrt wurde. Der örtliche Spitzname ist Piter nach der ursprünglich dem Niederländischen nachempfundenen Namensform Санкт-Питербурх Sankt-Piterburch (die vier Namen ).

Die Stadt ist ein europaweit wichtiges Kulturzentrum und beherbergt den wichtigsten russischen Ostseehafen. Die historische Innenstadt mit 2300 Palästen, Prunkbauten und Schlössern ist seit 1991 als Weltkulturerbe der UNESCO unter dem Sammelbegriff Historic Centre of Saint Petersburg and Related Groups of Monuments eingetragen. Zu den bedeutendsten kulturellen und touristischen Stätten zählen die Eremitage, die Kunstkammer, das Mariinski-Theater, die Russische Nationalbibliothek, das Russische Museum, die Peter-und-Paul-Festung, die Isaakskathedrale und der Newski-Prospekt. Im Jahr 2019 wurde Sankt Petersburg von etwa 10,4 Millionen Touristen besucht.

Mit dem 462 Meter hohen Lachta-Zentrum befindet sich das höchste Gebäude Europas in der Stadt.

Seit dem 13. Mai 2003 ist die Hymne an die Große Stadt aus dem Ballett Der Eherne Reiter von Reinhold Glière mit dem Text von Oleg Tschuprow offizielle Hymne der Stadt.

wikipedia.org
ST PETERSBURG - Katharinenpalast, Schloß Peterhof
Jahrtausend-Schatz: Suche nach dem Bernsteinzimmer | Terra X
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