Letzte Besuche
Länder
Regionen
Jahre
Kategorien
Suche

Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

Bayreuth, Deutschland
18.06.2018

Das Markgräfliche Opernhaus Bayreuth in Bayreuth, ein Meisterwerk des europäischen Barocktheaters, wurde 2012 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Es repräsentiert die glanzvolle Fest- und Hofkultur des 18. Jahrhunderts und gilt als eines der besterhaltenen Beispiele freistehender barocker Theaterarchitektur weltweit.

Die Markgräfin und ihr Traumtheater

Die Entstehung ist eng mit der kunstsinnigen Markgräfin Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth verbunden, einer Schwester Friedrichs des Großen. Sie ließ das Opernhaus zwischen 1745 und 1750 anlässlich der Hochzeit ihrer Tochter Elisabeth Friederike Sophie von Brandenburg-Bayreuth mit Carl Eugen von Württemberg errichten. Die Pläne für das Äußere stammen von Joseph Saint-Pierre. Die atemberaubende Innengestaltung, vollständig aus Holz gefertigt, mit einer beeindruckenden Illusionstheaterbühne, verantwortete der renommierte italienische Theaterarchitekt Giuseppe Galli Bibiena, eine Koryphäe seiner Zeit. Seine Arbeit in Bayreuth gilt als Hauptwerk.

Einzigartiges Barockjuwel

Das Opernhaus fasziniert durch seine detailreiche Ausstattung im Stil des Bayreuther Rokokos. Besonders beeindruckend ist der Zuschauerraum mit seinen vier Rängen, vollständig aus bemaltem und vergoldetem Holz, der die Illusion von Marmor und Stuck widerspiegelt. Die tiefe Bühne mit original erhaltener Bühnentechnik ermöglichte spektakuläre Inszenierungen und war damals eine der größten in Deutschland. Die Akustik des Holzbaus ist bis heute hervorragend. Das Markgräfliche Opernhaus ist ein seltenes Zeugnis des aristokratischen Repräsentationstheaters und der barocken Festkultur, nahezu unversehrt überdauert. Selbst Richard Wagner inspizierte das Haus, bevor er sich für den Bau seines Festspielhauses entschied, da das barocke Opernhaus für seine Werke zu klein war.

Welterbe mit Strahlkraft

Die UNESCO-Anerkennung würdigt Authentizität und universellen Wert dieses barocken Gesamtkunstwerks. Es ist ein Denkmal der Baukunst sowie ein Zeugnis der Kulturgeschichte und Theaterentwicklung in Europa. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten erstrahlt das Opernhaus wieder in seinem ursprünglichen Glanz, ist für Besucher zugänglich und wird gelegentlich für Aufführungen genutzt.

Weiterführende Links

Das Markgräfliche Opernhaus in der oberfränkischen Stadt Bayreuth ist ein Theaterbau des 18. Jahrhunderts. Da Bayreuth nach der Markgrafenzeit gegen Ende des 18. Jahrhunderts zu einer relativ unbedeutenden Provinzstadt geworden war, konnte der Bau die Folgezeit so gut wie unverändert überdauern. Dank der künstlerischen Qualität und des Erhaltungszustands ist das Markgräfliche Opernhaus neben dem Teatro Olimpico eines der beiden bedeutendsten vor der Französischen Revolution errichteten Theatergebäude, das erhalten blieb. Am 30. Juni 2012 erhob die UNESCO den barocken Bau zum Weltkulturerbe.

In Bayreuth wird es nur „Opernhaus“ genannt, das von Richard Wagner errichtete Opernhaus hingegen „Festspielhaus“. Nach dem Verkauf des Fürstentums Bayreuth an das Königreich Bayern im Jahr 1810 wurde das Gebäude als „Königliches Opernhaus“ bezeichnet.

wikipedia.org