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Wartburg

Eisenach, Deutschland
19.06.2018

Die Wartburg, majestätisch thronend über der Stadt Eisenach in Thüringen, ist ein herausragendes Zeugnis deutscher Geschichte und Kultur, das seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt. Ihre imposante Erscheinung und ihre reiche Geschichte machen sie zu einem Ort von globaler Bedeutung. Sie ist nicht nur ein architektonisches Meisterwerk, sondern auch ein Symbol für prägende Epochen und entscheidende Wendepunkte in der europäischen Geistesgeschichte.

Gründung und frühe Bedeutung

Die Ursprünge der Burg reichen bis ins späte 11. Jahrhundert zurück. Ihre Gründung wird traditionell dem thüringischen Grafen Ludwig der Springer im Jahr 1067 zugeschrieben. Anfänglich als wehrhafte Festung konzipiert, entwickelte sich die Wartburg bald zu einem Zentrum höfischer Kultur und Kunst. Hier erlebte die höfische Dichtkunst im Mittelalter eine Blütezeit, was ihren Ruf als Musenhof festigte.

Heilige Elisabeth und Sängerkrieg

Eine der bekanntesten Bewohnerinnen war die Heilige Elisabeth von Thüringen, die von 1211 bis 1228 auf der Wartburg lebte und hier ihre Jugend verbrachte. Ihr Wirken prägte das christliche Sozialwesen nachhaltig. Wenige Jahre zuvor soll hier der legendäre Sängerkrieg auf der Wartburg stattgefunden haben, bei dem sich berühmte Minnesänger wie Walther von der Vogelweide und Wolfram von Eschenbach in einem Dichterwettstreit maßen. Obwohl die historische Genauigkeit dieses Ereignisses umstritten ist, zeugt es von der kulturellen Hochburg, die die Wartburg darstellte.

Luthers Exil und Bibelübersetzung

Von epochaler Bedeutung war der Aufenthalt von Martin Luther im Jahr 1521. Als Geächteter nach dem Wormser Edikt fand er unter dem Schutz von Kurfürst Friedrich dem Weisen von Sachsen Zuflucht auf der Burg. Unter dem Namen Junker Jörg verbarg er sich hier für zehn Monate und nutzte diese Zeit, um eine der wichtigsten Leistungen der Reformation zu vollbringen: die Übersetzung des Neuen Testaments aus dem Griechischen ins Deutsche. Diese Wartburgbibel legte den Grundstein für eine einheitliche deutsche Schriftsprache und hatte immensen Einfluss auf die Entwicklung der deutschen Kultur und Religion.

Symbol der deutschen Nation

Im 19. Jahrhundert wurde die Wartburg zu einem nationalen Symbol, besonders während der Burschenschaftsbewegung. Das Wartburgfest von 1817, bei dem Studenten für Einheit und Freiheit demonstrierten, unterstrich ihre Rolle als Ort des deutschen Demokratiebestrebens. Umfangreiche Restaurierungen unter der Leitung von Carl Alexander, Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach, in Anlehnung an romantische Mittelaltervorstellungen, trugen zu ihrem heutigen Erscheinungsbild bei. Die Wartburg vereint wie kaum ein anderer Ort deutsche Geschichte, Kunst und Geistesleben und bleibt ein beeindruckendes Zeugnis kulturellen Erbes.

Weiterführende Links

Die Wartburg ist eine Burg bei Eisenach, im nordwestlichen Thüringer Wald in Thüringen. Ihr Name ist wahrscheinlich von Warte, also Wach(t)-, Wächterburg abgeleitet. Der Burgberg weist mit 411 m ü. NHN noch einmal eine Höhe auf wie der etwa 3 km südlich gelegene Kamm des Thüringer Waldes mit dem Rennsteig. Unterhalb der Wartburg im nördlich gelegenen Hörseltal verlief die Via Regia. Erstmals genannt wurde die Wartburg 1080 in Brunos Abhandlung zum Sachsenkrieg „De bello Saxonico“.

Aufgrund ihrer Verknüpfung mit bedeutenden Persönlichkeiten wie Elisabeth von Thüringen und Martin Luther bzw. Ereignissen wie dem Sängerkrieg und dem Burschenfest gilt die Wartburg als ein deutsches Nationaldenkmal. Seit 1999 gehört sie außerdem zum UNESCO-Welterbe.

Der in wesentlichen Teilen erhaltene, von den Landgrafen von Thüringen, den Ludowingern, in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts erbaute Palas ist der erste seines Bautyps überhaupt im deutschsprachigen Raum und kann als künstlerisch und architektonisch bedeutendster Bau seiner Art gelten. Das heutige Gesamterscheinungsbild der Burganlage mit Neuer Kemenate und Hauptturm sowie des sie umgebenden Landschaftsparks geht auf den Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach zurück. In seinem Auftrag wurde die Wartburg 1838 bis 1890 nach Entwürfen von Hugo von Ritgen wiederhergestellt.

wikipedia.org
Die Wartburg - Wo Romantik vom Mittelalter träumt, Deutschland
DIE WARTBURG EISENACH - 1000 Jahre Geschichte I Die Ludowinger I Heilige Elisabeth von Thüringen
Mittelalter: Die Wartburg bei Eisenach (Doku)
© NHK Nippon Hoso Kyokai