Stiftskirche, Schloss und Altstadt von Quedlinburg
Quedlinburg, Deutschland
20.06.2018
Die Stiftskirche, das Schloss und die Altstadt von Quedlinburg bilden ein herausragendes UNESCO-Weltkulturerbe, das ein einzigartiges Zeugnis mittelalterlicher Architektur, Stadtplanung und Geschichte in Deutschland darstellt. Eingebettet in die idyllische Landschaft des Harzes, erzählt dieses Ensemble eine fesselnde Geschichte von Kaiserinnen, Äbtissinnen und dem Aufblühen einer Stadt.
Die Ursprünge des Stifts
Die Geschichte Quedlinburgs ist untrennbar mit der Gründung des Kaiserlich freien weltlichen Reichsstifts Quedlinburg verbunden. Im Jahr 936, nach dem Tod seines Vaters König Heinrich I., gründete Kaiser Otto I. an dessen Grab die Stiftung. Seine Mutter, Königin Mathilde, wurde die erste Äbtissin. Das Stift entwickelte sich zu einem mächtigen Damenstift, das über Jahrhunderte von hochadeligen Äbtissinnen geleitet wurde und eine wichtige Rolle in der Politik des Heiligen Römischen Reiches spielte. Die erste offizielle Äbtissin war Adelheid I., die Enkelin Ottos I.
Architektonisches Erbe
Das Herzstück des Ensembles bildet die romanische Stiftskirche St. Servatius auf dem Schlossberg. Diese beeindruckende Kirche, deren Bau im 10. Jahrhundert begann und im 12. Jahrhundert ihre heutige Form erhielt, ist ein Meisterwerk der Romanik und beherbergt die Gräber von Heinrich I. und Königin Mathilde. Ihr Domschatz ist von unschätzbarem Wert und zeugt von der einstigen Macht des Stifts. Das benachbarte Schloss Quedlinburg, das die ehemaligen Stiftsgebäude umfasst, ergänzt die historische Kulisse.
Die malerische Altstadt
Unterhalb des Schlossbergs erstreckt sich die Altstadt von Quedlinburg, ein Labyrinth aus engen Gassen und über 1200 Fachwerkbauten aus acht Jahrhunderten. Sie gilt als eines der besterhaltenen mittelalterlichen Stadtensembles Deutschlands und spiegelt die Entwicklung vom 14. bis zum 20. Jahrhundert wider. Jeder Winkel erzählt Geschichten von Handwerkern, Kaufleuten und dem pulsierenden Leben vergangener Epochen. Die einzigartige Bewahrung dieses baulichen Erbes war ein entscheidender Faktor für die Anerkennung durch die UNESCO im Jahr 1994.
Weiterführende Links
Quedlinburg ([ˈkveːtlɪnbʊrk], plattdeutsch Queddelnborg, mit offiziellem Beinamen auch Welterbestadt Quedlinburg) ist eine Stadt an der Bode nördlich des Harzes im Landkreis Harz (Sachsen-Anhalt) und staatlich anerkannter Erholungsort. 922 urkundlich zum ersten Mal erwähnt und 994 mit dem Stadtrecht versehen, war die Stadt vom 10. bis zum 12. Jahrhundert Sitz der zu Ostern besuchten Königspfalz weltlicher Herrscher und fast 900 Jahre lang eines (zunächst geistlichen, nach der Reformation freiweltlichen) Damenstifts. Im Spätmittelalter war Quedlinburg auch als Hansestadt aktiv.
Quedlinburgs architektonisches Erbe steht seit 1994 auf der UNESCO-Liste des Weltkulturerbes und macht die Stadt zu einem der größten Flächendenkmale in Deutschland.
In der historischen Altstadt mit ihren kopfsteingepflasterten Straßen, verwinkelten Gassen und kleinen Plätzen befinden sich über 2100 Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten. Am Markt liegt das Renaissance-Rathaus mit der Roland-Statue, südlich davon der Schlossberg mit der romanischen Stiftskirche und dem Domschatz als Zeugnissen des Quedlinburger Damenstifts. Auch der Münzenberg mit der romanischen Klosterkirche St. Marien und im Tal dazwischen die romanische Kirche St. Wiperti, der sich anschließende Abteigarten und der Brühl-Park gehören zum Weltkulturerbe.