Historisches Zentrum von Prag
Prag, Tschechien
13.08.2011
Das Historische Zentrum von Prag, ein atemberaubendes Ensemble von Geschichte und Architektur, das seit 1992 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, ist mehr als nur eine Ansammlung alter Gebäude. Es ist ein lebendiges Zeugnis europäischer Geschichte, geprägt von Königreichen, Kaisern und künstlerischer Blüte. Die Stadt, die oft als „Goldene Stadt“ oder „Mutter der Städte“ bezeichnet wird, fasziniert Besucher mit ihren verwinkelten Gassen, majestätischen Brücken und Türmen, die den Himmel küssen.
Die Ursprünge
Die Geschichte Prags reicht weit zurück. Bereits im 9. Jahrhundert bildete sich um die heutige Prager Burg ein wichtiges Zentrum. Unter den Premysliden-Fürsten und später Königen entwickelte sich Prag zu einer der bedeutendsten Städte Mitteleuropas. Die geografische Lage an der Moldau machte sie zu einem wichtigen Handelswegkreuz.
Das Goldene Zeitalter unter Karl IV.
Seine wahre Blütezeit erlebte Prag jedoch im 14. Jahrhundert unter Kaiser Karl IV., der es zum Zentrum des Heiligen Römischen Reiches machte. Er gründete 1348 die Karls-Universität, die älteste Universität Mitteleuropas, und ließ die berühmte Karlsbrücke errichten, die die Kleinseite mit der Altstadt verbindet. Ebenso wurde unter seiner Ägide der Bau des gotischen Veitsdoms auf der Prager Burg vorangetrieben, der über Jahrhunderte hinweg das geistliche und architektonische Symbol der Stadt wurde. Die Stadtentwicklung erfasste auch die Neustadt, die planmäßig angelegt wurde und die Stadtfläche vervierfachte.
Von den Hussiten bis zur Habsburgermonarchie
Nach den Hussitenkriegen im 15. Jahrhundert, die die Stadt erschütterten, folgte eine neue Ära des Wiederaufbaus und der kulturellen Entfaltung, besonders unter der Herrschaft der Habsburger. Barocke Prachtbauten prägen heute viele Stadtteile und zeugen von dieser Epoche. Das historische Zentrum vereint so harmonisch Romanik, Gotik, Barock und Jugendstil. Der Altstädter Ring mit seiner berühmten Astronomischen Uhr und der Teynkirche ist dabei das pulsierende Herz der Altstadt. Nicht zu vergessen ist auch das Jüdische Viertel, das seine einzigartige Geschichte und Architektur bis heute bewahrt hat.
Prags außergewöhnlicher universeller Wert liegt in seiner über tausendjährigen kontinuierlichen Entwicklung als Hauptstadt Böhmens und später als kulturelles und politisches Zentrum Mitteleuropas. Es ist ein lebendiges Lehrbuch europäischer Architektur und Stadtplanung.
Weiterführende Links
Prag (tschechisch [ˈpraɦa]) ist die Hauptstadt und zugleich bevölkerungsreichste Stadt Tschechiens. Mit über 1,3 Millionen Einwohnern belegt Prag den zwölften Rang der größten Städte der Europäischen Union und bildet die tschechische Primatstadt. Die Hauptstadt Prag ist eine der 14 Regionen Tschechiens und eine der reichsten Regionen Europas.
Prag ist die historische Hauptstadt Böhmens und war eine bedeutende königliche und kaiserliche Residenzstadt im Heiligen Römischen Reich, besonders unter den Přemysliden, Luxemburgern und Habsburgern. Um 1230 wurde die seit der Frühgeschichte bewohnte Siedlung zu einer königlichen Stadt erhoben und im 14. Jahrhundert unter der Regentschaft Karls IV. zu einem politisch-kulturellen Zentrum in Europa. Mit der Karls-Universität wurde in Prag 1348 die erste Universität in Mitteleuropa gegründet. Auch das Konservatorium und die Technische Universität gehören zu den ältesten ihrer Art in Europa. Über Jahrhunderte hinweg war Prag eine Stadt, in der sich tschechische, deutsche und jüdische Kultur begegneten.
Das historische Zentrum Prags ist seit 1992 von der UNESCO als eine der 16 Welterbestätten Tschechiens anerkannt. Die „Goldene Stadt“ zeigt heute ein geschlossenes, von Gotik und Barock geprägtes Stadtbild. Sehenswürdigkeiten wie die Prager Burg, die Karlsbrücke, die mittelalterliche Rathausuhr, der jüdische Friedhof oder die älteste aktive Synagoge der Welt machen die Stadt zu einem beliebten touristischen Ziel. Mit knapp neun Millionen Touristen im Jahr zählt Prag zu den 25 meistbesuchten Städten der Welt.